Auf den Spuren Alt-Berlins
Landesdenkmalamt bietet Grabungsführungen am Mühlendamm an

Seit Januar buddeln Archäologen am Nikolaiviertel 800 Jahre Stadtgeschichte aus. Das Landesdenkmalamt lädt Interessierte bis Juli immer freitags um 14 Uhr zu kostenfreien Grabungsführungen ein.

Im Zusammenhang mit dem kompletten Straßenumbau rund um den Molkenmarkt und der Verschwenkung der Grunerstraße suchen die Archäologen derzeit auf dem nördlichen Streifen des Mühlendamms nach Spuren Alt-Berlins am Ort des historischen Molkenmarktes. Der Molkenmarkt gilt als ältester Markt Berlins. Über ihn hinweg verläuft seit achthundert Jahren die wichtige Verkehrsader Mühlendamm. Er verband bereits die mittelalterliche Doppelstadt Cölln/Berlin über die Spree hinweg. Die Archäologen wollen die Entwicklung dieser Keimzelle Berlins von der Stadtgründung vor rund 800 Jahren an ergründen.

Auf der kleineren Grabungsfläche am Mühlendamm erproben die Spezialisten derzeit verschiedene Methoden für die großflächige Molkenmarkt-Grabung zwischen Rotem Rathaus, Altem Stadthaus und der Klosterruine. Sie soll im Sommer starten und mehrere Jahre andauern.

Vor dem Bau des neuen Stadtviertels auf dem knapp drei Hektar großen Planungsgebiet Molkenmarkt/Klosterviertel dokumentieren Archäologen den historischen Untergrund. Der 2016 beschlossene Bebauungsplan sieht die städtebauliche Neustrukturierung rund um den Molkenmarkt auf historischem Stadtgrundriss vorsieht. Um Platz für das neue Klosterviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern zu schaffen, wird der Straßenzug Mühlendamm, Spandauer Straße und Grunerstraße verschwenkt und zukünftig direkt vorm Roten Rathaus vorbeigeführt.

Für die am 15. März gestarteten Führungen über das Grabungsfeld muss man sich nicht anmelden. Um einen Überblick zu behalten, bittet das Landesdenkmalamt jedoch um kurze Teilnahmebestätigung unter  der Telefonnummer 902 59 36 58 oder per E-Mail an Michael.Malliaris@lda.berlin.de. Die Führungen dauern etwa eine Stunde. Treffpunkt ist an der Ecke Poststraße und Mühlendamm vor dem Bauzaun der Ausgrabung. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Am Karfreitag (19. April) findet die Führung nicht statt.

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