Bundestagsbau wieder dicht
Nach vier Jahren wurden die Keller trockengelegt

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus an der Luisenstraße.
  • Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus an der Luisenstraße.
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Die Bundestagsabgeordneten können nach derzeitiger Planung im dritten Quartal 2021 ihre neuen Büros im 60 Meter langen Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses (MELH) an der Luisenstraße beziehen. Das ist fünf Jahre später als geplant.

Der imposante Neubau an der Luisenstraße ist seit Jahren wegen Baupfusch in den Schlagzeilen. Vor vier Jahren gab es einen massiven Wasserschaden im MELH-Anbau. Grundwasser sickerte durch Risse in der Bodenplatte aus Beton in den Keller. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ging 2015 noch davon aus, dass die Reparatur der rissigen Bodenplatte und der Folgeschäden bis 2017 dauert. Jetzt teilt die Baubehörde in einer „Sachinformation zum Stand der Baumaßnahme“ mit, dass die Sanierung der Bodenplatte im zweiten Untergeschoss erfolgreich abgeschlossen wurde. Seit Juni werden die ersten technischen Anlagen wieder eingebaut, berichtete das Bundesamt der Baukommission des Ältestenrates des Deutschen Bundestags am 25. September. Ende 2021 soll das Haus bezugsfertig sein.

Nach dem Wassereinbruch hatte das BBR ein Beweisverfahren beim Landgericht Berlin beantragt. Das ist noch nicht abgeschlossen, so dass nach wie vor unklar ist, wer für den Baupfusch verantwortlich ist.

Dritter Nachschlag notwendig

Der mit 190 Millionen Euro Baukosten vom Bundestag bewilligte Anbau an das bestehende Marie-Elisabeth-Lüders-Haus hat bereits in zwei Nachträgen im Juli 2016 und August 2017 Geld vom Bundesfinanzministerium bekommen. Die genehmigten Kosten liegen bei rund 247 Millionen Euro. Wie das BBR mitteilt, „wird ein dritter Nachtrag aus Gründen der Bauzeitverlängerung und notwendigen Sanierungsarbeiten erforderlich werden“.

Die Pannenbaustelle sorgt von Anfang an für Ärger. Eine Baufirma hatte gegen die Vergabe bei der Erstellung der Baugrube an der Luisenstraße 30 geklagt. Ein strenger Winter sorgte für weiteren Verzug.

Der MELH-Erweiterungsbau ist der Abschluss des sogenannten „Bands des Bundes“. An einer Linie ziehen sich das Kanzleramt, das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus über die einstige Grenze und verbinden die jahrzehntelang geteilten Stadthälften. Der beiden Bundestagsgebäude mit Abgeordnetenbüros, Parlamentsbibliothek und Anhörungsaal hat der Architekt Stephan Braunfels entworfen. Im Erweiterungsbau mit der repräsentativen Vorfahrt an der Luisenstraße soll es weitere Abgeordnetenbüros, Besprechungsräume, eine Galerie und ein öffentlich zugängliches Bistro geben. Die bestehende Halle im Bestandsgebäude soll zu einer Versammlungsstätte umgebaut werden. Der Anbau bekommt einen neuen Konferenzsaal für 200 Personen.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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