DDR-Plattenbauten gesichert
Oberwaltungsgericht bestätigt Erhaltungsgebiet "Wilhelmstraße"

Die DDR-Baukultur an der Wilhelmstraße bleibt erhalten. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Rechtmäßigkeit der Erhaltungsverordnung für die Plattenbauzeile bestätigt.

Das Plattenbau-Ensemble mit knapp 1100 Wohnungen zwischen Voßstraße und Behrenstraße westlich der Wilhelmstraße darf nicht abgerissen werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Rechtswirksamkeit der städtebaulichen Erhaltungsverordnung „Wilhelmstraße“ bestätigt, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen jetzt mitteilte.“Damit ist und bleibt die Verordnung zum Schutz der städtebaulichen Gestalt der Wohnungsbauserie 70 in der Wilhelmstraße gültig“, heißt es. Im Bezirksamt wird die richterliche Entscheidung begrüßt. „Sie bedeutet den Erhalt strukturell preiswerten Wohnraums und mehr Sicherheit für die Mieter“, sagte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD).

Über das Areal mit den Edelplattenbauten aus DDR-Zeiten gab es lange Auseinandersetzungen und sogar Abrissüberlegungen. Weshalb der Bezirk vor vier Jahren eine Erhaltungsverordnung für das Gebiet zwischen Behrenstraße, Wilhelmstraße, An der Kolonnade, Mohrenstraße, Voßstraße, In den Ministergärten, Gertrud-Kolmar-Straße und Cora-Berliner-Straße erließ. Zwei Jahre später hob die Senastverwaltung für Stadtentwicklung die bezirkliche Verordnung jedoch zunächst wieder auf, weil es sich um ein "Gebiet von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung" handelte. Marginal verändert und mit korrigierter Zuständigkeit erließ der Senat das Erhaltungsgebiet 2018 dann neu. Dagegen erhoben drei Grundstückseigentümer vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Einspruch, unter anderem mit der Begründung, das Land Berlin habe unter dem Deckmantel des Schutzes der städtebaulichen Gestalt des Gebietes den Erhalt bezahlbaren Wohnraums für die Bevölkerung sichern wollen.

Die Plattenbauten entstanden zwischen 1987 und 1990 für rund 3200 Mieter in 1072 Wohnungen. Sie sollten dabei helfen, das Wohnungsbauprogramm der DDR bis 1990 zu erfüllen und den Mauerstreifen nahe Brandenburger Tor repräsentativ abzuschirmen. Gebaut wurde im Wohnungsbautyp WBS 70. Die Zahl steht für das Entstehungsjahr der Wohnungsbauserie. Um schnell in die Höhe zu kommen, wurden sechs Meter lange Fertigbauteile verwendet.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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