Auf der Couch virtuell ins Museum

Naturgeschichte zum Eintauchen. Wieland Holfelder vom Google-Entwicklungszentrum und Museumsdirektor Johannes Vogel mit VR-Brillen im Sauriersaal.
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  • Naturgeschichte zum Eintauchen. Wieland Holfelder vom Google-Entwicklungszentrum und Museumsdirektor Johannes Vogel mit VR-Brillen im Sauriersaal.
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Mitte. Egal ob im Bett zu Hause oder irgendwo auf der Welt – das Naturkundemuseum an der Invalidenstraße 43 kann jetzt virtuell rund um die Uhr besucht werden. Das non-profit-Projekt Google Arts & Culture der Datenkrake Google stellt 50 renommierte naturhistorische Einrichtungen aus der ganzen Welt online.

Unter der Internet-Adresse g.co/naturalhistory bekommt der über 13 Meter hohe Brachiosaurus, das Markenzeichen des Naturkundemuseums, plötzlich Haut, poltert von seinem Podest im Sauriersaal herunter, röhrt kräftig und schiebt seinen Riesenschädel dem Betrachter entgegen. Bei dem 3D-Film erklärt eine Stimme die Geschichte des Giraffatitans, der vor 145 Millionen Jahren ausgestorben ist. Setzt man noch Googles VR-Brille „Cardboard“ auf und startet auf seinem Smartphone die Google Arts & Culture-App, ist man mittendrin in der virtuellen Realität der Jurazeit.

Programmiert haben die Filme die Experten vom 2011 gegründeten Google Cultural Institute. Die Wissenschaftler vom Naturkundemuseum haben die Inhalte für die virtuellen Museumsrundgänge, 3D-Filme und interaktiven Museumsgeschichten geliefert.

Google Arts & Culture hat bisher Naturkundesammlungen mit 300 000 Fotos, Videos und Dokumenten von über 50 Partnern aus 16 Ländern online gestellt. Neben dem Museum für Naturkunde sind zum Beispiel das Natural History Museum in London, das American Museum of Natural History in New York oder das Ozeaneum in Stralsund dabei. Besonders spektakulär an den digitalen Berliner Exponaten ist die faszinierende Biodiversitätswand mit über 3000 Arten. Sie wurden mit Googels Gigapixeltechnologie fotografiert und teils 3D-animiert. Mit dem Smartphone oder Computer kann man so ultrascharf hineinzoomen, dass man an den Präparaten jedes Härchen erkennt. Auch bei der Biodiversitätswand haben die Google-Entwickler eine virtuelle Welt programmiert, in die man mit einer VR-Brille eintauchen kann.

Interessant ist das Angebot auch für Schulen, die digital Museen auf der ganzen Welt entdecken können. „Der Lehrer kann über das Tablet steuern, was die Schüler in ihren VR-Brillen sehen“, nennt Wieland Holfelder, Leiter des Google-Entwicklungszentrum München, eine spannende Anwendung der Zukunft. Professor Johannes Vogel, Generaldirektor des Naturkundemuseums, ist begeistert von der Google-Plattform. Jährlich kommen etwa 700 000 Besucher in sein Haus.

Mit der Möglichkeit, weltweit virtuell die Ausstellungen zu erkunden, können Millionen an den Forschungen teilhaben. „Virtual Reality bringt ein tiefes Erlebnis, bessere Geschichten und das Wunder der Natur wird noch verständlicher“, sagte Vogel beim weltweiten Launch des neuen Naturkunde-Portals von Google Arts & Culture im Naturkundemuseum.

Nach und nach werden weitere Fotos, Dokumente, Filme, 360-Grad-Videos, VR-Produktionen und 3D-Animationen hochgeladen. „Wir haben 30 Millionen Objekte im Haus, das sind 30 Millionen Geschichten“, so Johannes Vogel. Das Google-Angebot schaffe ein neues Verständnis für den Wert unserer Sammlungen, so der Museumschef. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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