Geheime Kunst im Heizungskeller
Bilderkeller der Akademie der Künste erstmals öffentlich zugänglich

Der Bilderkeller in der Akademie der Künste. Im Vordergrund Wandbild von Harald Metzkes und Manfred Böttcher.
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  • Der Bilderkeller in der Akademie der Künste. Im Vordergrund Wandbild von Harald Metzkes und Manfred Böttcher.
  • Foto: Andreas Franz Xaver Süß/VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Im Rahmen der Berlin Art Week 2018 wird am 29. September um 17 Uhr erstmals der sogenannte Bilderkeller präsentiert. Was hat es damit auf sich?

Es waren zwei wilde Faschingsparties, die Künstler der Akademie 1957 und 1958 im Heizungskeller gefeiert haben. Dabei haben die ehemaligen Meisterschüler der Deutschen Akademie der Künste Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Ernst Schroeder und Horst Zickelbein die Wände im Kohlenkeller bemalt. Die kurz vor dem Mauerbau entstandenen Wandbilder in dem Keller sind neben den Ausstellungssälen der einzige originale Rest des historischen Gebäudes am Pariser Platz. Sie sind „einmalige Zeugnisse einer jungen Opposition in der Ostberliner Malerei“, heißt es.

Den DDR-Oberen war diese Art der Kunst zu dekadent. Den um 1930 geborenen Meisterschülern ging es um einen anderen als den von Staatsseite geforderten Realismus. Ihre „Schwarzen Bilder“ wurden von der offiziellen Kunstkritik diffamiert. Bei den Parties in der Akademie malten sie aus Wut und Experimentierlust das an die Kellerwände, was in Ausstellungen nicht gezeigt werden durfte.

Ein Spätfund

Der Bilderkeller der Akademie der Künste steht unter Denkmalschutz. 1989 wurden die verborgenen Werke erstmals fotografiert und publiziert. Die Akademie ließ die Wandbilder restaurieren; manche sind noch mit Netzen geschützt.

Mit dem Abriss von Teilen der ehemaligen Akademie-Heizungskeller nach 2000 für einen Neubau an der Behrenstraße wurden bereits Kellerbilder abgetragen und restauriert. Das Wandbild „Gastmahl der Wilddiebe“ von Harald Metzkes (1958) wurde restauriert und ist seit 2005 in der Passage des Akademie-Gebäudes zu sehen. Zwei weitere hängen in dem privaten Club an der Behrenstraße. Jetzt wird der gesamte Bilderkeller erstmals für öffentliche Führungen geöffnet.

Am 29. September um 17 Uhr mit Gesprächen, Filmen und Tondokumenten. Kostenlose Führungen gibt es am 29. und 30. September jeweils stündlich zwischen 10 und 19 Uhr. Vom 3. Oktober bis 19. Dezember sind jeweils mittwochs um 18 Uhr Führungen geplant, sie kosten fünf Euro. Tickets gibt es ausschließlich im Vorverkauf an den Tageskassen der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 und Hanseatenweg 10, täglich 10 bis 20 Uhr, sowie im Webshop unter:www.adk.de/tickets

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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