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Die Blumenfee am Rathaus: Rita Jilg pflegt seit 30 Jahren Beete und Baumscheiben vor ihrem Wohnhaus

Alles tiptop vor dem Haus: Rita Jilg gärtnert seit 30 Jahren vor dem Plattenbau an der Berolinastraße 1.
Alles tiptop vor dem Haus: Rita Jilg gärtnert seit 30 Jahren vor dem Plattenbau an der Berolinastraße 1. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Vor dem Plattenbau an der Berolinastraße 1-3 blühen Tulpen und Krokusse in Rabatten, die Baumscheiben sind mit Stiefmütterchen bepflanzt. Die 84-jährige Mieterin Rita Jilg macht ihr Wohnumfeld neben dem Rathaus Mitte seit drei Jahrzehnten zum gepflegten Vorgarten.

Mit Schürze, Harke und Gießkanne wieselt die rüstige Mieterin unter den Balkonen, zupft Unkraut und gießt die selbst angelegten Rabatten. Als Erstmieterin ist Rita Jilg 1961 in der Berolinastraße eingezogen. Seit 1987 gärtnert sie vor der Haustür, weil ihr das großen Spaß macht. Gern zeigt sie die Magnolien und den Rhododendron.

Die Leute bleiben immer wieder stehen und bestaunen das Gartenparadies, das die 84-jährige Seniorin jedes Jahr schafft. „Ich hatte mich immer gewundert, wer das hier so schön macht“, sagt eine auch schon 89-jährige Frau aus dem Wohngebiet, die am Zaun stehen bleibt und mit Rita Jilg ins Gespräch kommt.

Der kleine Garten vor ihrer Haustür ist ihr Baby. Die Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität erstattet der Mieterin jedes Jahr ein paar Euro für Pflanzen und Erde. Aber das Budget reicht nicht für das, was Rita Jilg alles macht. Immer muss sie was dazuschießen, um Dünger, neue Erde und Pflanzen zu bezahlen. Von ihren 150 Euro monatlich, die sie für sich aus der Haushaltskasse zur Verfügung hat, „spare ich mir immer was zusammen und kaufe ich was neues“, so die Blumenfee vom Rathaus Mitte. Ihr Mann dürfe das gar nicht wissen.

Norbert Berg, Vorstandsassistent der WBG Solidarität, lobt das Engagement der Mieterin sehr. „Wir unterstützen das gerne. Frau Jilg macht viel mehr als vereinbart“, so Berg.

Je nach Wetter ist Rita Jilg fast jeden Tag draußen in ihrem Garten, um zu gießen oder Unrat wegzuräumen, den zuweilen Leute in die Beete werfen.

Die Mieter freuen sich über das gepflegte Umfeld. Es kam auch schon vor, dass Hausbewohner der Hobbygärtnerin einen Zehner und Zwanziger zugesteckt haben. Aber das ist eher die Ausnahme. Rita Jilg, die in Moabit geboren ist und in der DDR gelebt hat, freut sich darüber, denn ihr Budget ist immer schnell aufgebraucht. DJ

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