Test im Labor bei Tempo 300
Neuer Allradrollenprüfstand auf dem Campus Wilhelminenhof

Ein Porsche Panamera Hybrid steht zur Einweihung auf dem neuen Rollenprüfstand.
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Im Labor des Studiengangs Fahrzeugtechnik am Campus Wilhelminenhof der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sieht es aus wie im Servicecenter eines Autohauses. Jetzt wurde der neue Allradrollenprüfstand in Betrieb genommen.

Da eine solche, insgesamt rund 220 000 Euro teure Investition nicht Alltag ist, hatten sich zahlreiche Studenten, Vertreter der Automobilwirtschaft und auch HTW-Vizepräsidentin Stefanie Molthagen-Schnöring angesagt. Mit dem Rollenprüfstand, auf dem nun auch das Fahrverhalten von Allradfahrzeugen getestet werden kann, werden die Teststrecken quasi aus der Stadt ins Labor geholt.

Möglich sind Messungen bis Tempo 300, Sonden prüfen das Abgasverhalten, bei Hybridfahrzeugen getrennt für elektrischen und brennstoffbezogenen Antrieb, die Leistung und das Einspritzverhalten. „Das könnten wir auf der Straße bei mehreren Fahrzeugen niemals unter gleichen Bedingungen prüfen. Wetter, Griffigkeit der Straße und auch der Verkehr selbst verändern sich ja ständig, Vergleiche wären nicht möglich. Im Labor können wir die Testfahrten unter jeweils gleichen Bedingungen simulieren“, erläutert Laborleiter Hanns-Lüdecke Rodewald. Messungen im Straßenverkehr wären auch deutlich gefährlicher.

Dann geht der Prüfstand in Betrieb. Auf den Rollen steht ein Porsche Panamera Hybrid, eine Leihgabe des Herstellers. Auf dem Monitor ist die Straße Unter den Linden zu sehen, nachmittäglicher Alltagsverkehr. Die Ampel geht auf Grün, der Porsche beschleunigt nur mit Elektromotor auf Tempo 40. Mehr ist trotz der rund 300 PS unter der Motorhaube verkehrsbedingt nicht möglich. Der neue Prüfstand wird im Studiengang Fahrzeugtechnik – rund 350 Studenten im Bachelor- und Masterstudium – zum Einsatz kommen, außerdem in der Forschung und im Rahmen von Forschungsaufträgen der Hochschule. Zudem können Professoren des Fachbereichs den Prüfstand auch für – erlaubte – Nebentätigkeiten nutzen. „Das könnten zum Beispiel Gutachten für Gerichtsprozesse sein, in denen es um fehlerhafte Leistungen von Autos geht, gegen die Kunden klagen“, erklärt Hanns-Lüdecke Rodewald.

Genutzt werden soll der Prüfstand auch im Rahmen von Kooperationen und Auftragsarbeiten der Automobilindustrie. Dort sind die Absolventen des Fachbereichs Fahrzeugtechnik später ja einmal tätig. „Wir sind dank dieser Investition in der Lage, bei Verbundprojekten größere eigenständige Arbeiten zu übernehmen. Auch die Reduzierung von CO2-Emmissionen und anderer schädlicher Abgase haben wir bei aktuellen Projekten auf dem neuen Prüfstand im Blick“, erklärt Rodewald.

Der Fachbereich Fahrzeugtechnik befindet sch auf dem HTW-Campus Wilhelminenhof auf dem früheren AEG-Areal an Wilhelminenhof- und Ostendstraße. Derzeit lernen hier rund 10 000 Studenten.

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