Nach Jobverlust ein Ehrenamt
Thorsten Liesicke engagiert sich im Besuchsdienst eines Pflegeheims

Thorsten Liesicke verlor wegen der Corona-Pandemie seine Stelle bei einer Sicherheitsfirma und fing an, in einem Pflegeheim zu arbeiten. Seinen alten Job will er jetzt nicht mehr zurück.
  • Thorsten Liesicke verlor wegen der Corona-Pandemie seine Stelle bei einer Sicherheitsfirma und fing an, in einem Pflegeheim zu arbeiten. Seinen alten Job will er jetzt nicht mehr zurück.
  • Foto: Sternenfischer/ Reginald Gramatté
  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Mitten in der Corona-Krise verlor Thorsten Liesicke im November seinen Job bei einer Sicherheitsfirma. Anstatt deswegen Trübsal zu blasen, schaute er sich schnell nach einer neuen Aufgabe um.

Beim Freiwilligenzentrum Sternenfischer sah er, dass unter dem Stichwort Corona-Hilfe Freiwillige gesucht wurden. Also meldete er sich – genau wie der Leiter des Johanniter-Pflegeheims in Johannisthal, der dringend Unterstützung benötigte.

„Wir wurden zusammengebracht und es passte“, erzählt der 43-Jährige aus Oberschöneweide, der dort jetzt im Besuchsdienst arbeitet. „Ich sitze im Eingangsbereich des Pflegeheims, empfange die Angehörigen, die zuvor einen Besuchstermin vereinbart haben, trage sie in die Besucherliste ein, messe die Temperatur und schicke sie zum Schnelltest. Wenn nach zehn bis 15 Minuten ein negatives Ergebnis vorliegt, dürfen sie zu ihren Angehörigen“, berichtet er. Täglich kämen 30 bis 40 Besucher in das Heim, wo derzeit 99 Bewohner betreut werden. Anfangs seien es nur drei Stunden Besuchszeit und deshalb manchmal ziemlich stressig gewesen. Mittlerweile sei die Besuchszeit aber deutlich ausgeweitet worden, wodurch sich die Situation entspannt habe.

„Ärger gibt es nur, wenn Besucher sich partout nicht an die Hygieneregeln halten wollen. Es gab da leider auch Menschen, die sich weigerten, eine Maske zu tragen. Da habe ich den Zutritt verweigert, mit Rückendeckung durch die Pflegeheimleitung. Aber das ist die Ausnahme“, so Liesicke. Inzwischen kenne er viele Besucher und die meisten seien dankbar, dass alles so reibungslos ablaufe. „Manchmal bekomme ich Lob von den Besuchern. Dann gehe ich mit gestärktem Rücken nach Hause. Mittlerweile bin ich fast jeden Tag im Pflegeheim. Ich habe auch geholfen, als die Bewohner geimpft wurden, und diejenigen begleitet, die nicht so gut zu Fuß sind. Da spüre ich viel Dankbarkeit. Das baut mich auf.“ Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat Thorsten Liesicke noch eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst, wo er nachts in einer Notunterkunft für Obdachlose arbeitet.

„Wenn die Pandemie vorbei ist, will ich nicht wieder in die Sicherheitsbranche zurück, sondern weiter mit Obdachlosen und alten Menschen arbeiten. Mir macht das viel Freude. Ich helfe einfach gern“, sagt Thorsten Liesicke. Sein Einsatz imponierte dem Treptow-Köpenicker Freiwilligenzentrum Sternenfischer, das ihn deshalb als „Stern des Monats März“ auszeichnete.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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