Vom Friedhof inspiriert
Cally Stronk schrieb einen heiteren Comic-Roman

Autorin Cally Stronk ließ sich vom Friedhof Pankow I  immer wieder für ihren Roman inspirieren.
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  • Autorin Cally Stronk ließ sich vom Friedhof Pankow I immer wieder für ihren Roman inspirieren.
  • Foto: Bernd Wähner
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Dieses Buch ist ganz anders, als alles, was man von Cally Stronk bisher kennt. „Unheimlich peinlich“ gibt nämlich einen Einblick in das Leben von Ruby Black, die mit ihrer Familie auf einem Friedhof lebt.

Ruby ist elf Jahre alt und heißt eigentlich Rubinia Rosalinde Black. Ihr Vater designt Särge, die Mutter betreibt das Friedhofscafé und Oma Ottilie führt den Blumenladen am Friedhof. Gemeinsam mit ihren Freundinnen macht sie neuerdings sogar Friedhofs-Yoga. Außerdem gehören noch ein schräger älterer und ein nerviger jüngerer Bruder zur Familie. Weil es ihr peinlich ist, dass ihre Familie auf dem Friedhof lebt und arbeitet, gerät Ruby immer wieder in absurde Situationen.

„Ich wollte schon immer mal ein Buch zum Thema Friedhof machen“, sagt Cally Stronk. Die Pankower Autorin wohnt unweit vom Bürgerpark. Gleich neben dieser Grünanlage befindet sich der alte Friedhof Pankow I. „Für mein neues Buch ließ ich mich von diesem Friedhof inspirieren“, verrät die Autorin. „Aber es steckt auch viel von mir selbst in diesem Buch.“

Cally Stronk hat bereits um die vierzig Kinderbücher geschrieben. Bekannt ist sie unter anderem für ihre Leonie-Looping-Reihe. Für ihr Buch „Theo und der Mann im Ohr“ ist sie im vergangenen Jahr mit dem renommierten Preuschhof-Preis für Kinderliteratur ausgezeichnet worden. Aber als sie ihrem Stammverlag ihr neues Buchkonzept vorstellte, in dem ein Friedhof so eine zentrale Rolle spielt, wollte dieser nicht mitspielen. „Ich schickte mein Konzept dann an andere Verlage. Drei meldeten sofort Interesse an. Schließlich habe ich mich für den dtv-Verlag entschieden. Mit ihm klappte die Zusammenarbeit bestens.“

Kindern Mut machen,
zu sich selbst zu stehen

„Unheimlich peinlich. Das Tagebuch der Ruby Black“ ist keines der üblichen Kinder- und Jugendbücher. „Es ist ein Comic-Roman“, erklärt Cally Stronk. Die von ihr geschriebene Geschichte ist nämlich perfekt von der Illustratorin Constanze von Kitzing graphisch umgesetzt worden. Sie lieferte nicht nur die Illustrationen, sondern sorgte auch für überraschende typographische Elemente im Buch. Neben der Illustratorin und ihrer Lektorin gehöre auch ihr Mann Christian Friedrich zum Team, das zum Entstehen dieses außergewöhnlichen Buches beitrug, sagt Cally Stronk. Dieser steuerte nämlich so manch überraschende Idee bei.

„Unheimlich peinlich“ ist ein schräges und total witziges Buch, das aber nie in Klamauk abrutscht. Im Gegenteil. Cally Stronk versteht es in genialer Weise, Lesern ab zehn Jahre mit diesem Buch Themen wie Mobbing oder die Angst, jemanden zu verlieren, näher zu bringen. Vor allem geht es in diesem Roman aber auch darum, dass jedes Kinder anders und einzigartig ist, seine Eigenarten hat und vielleicht in anderen Umständen lebt, als andere Kinder in seiner Klasse. „Ich möchte den Kindern Mut machen, zu sich selbst zu stehen“, sagt Cally Stronk.

Eigentlich sollte „Unheimlich peinlich“ bereits im Frühjahr erscheinen. Wegen der Corona-Pandemie kommt es allerdings erst dieser Tage heraus. Es kostet 12,95 Euro und ist in Buchläden sowie online erhältlich. Mehr zum Buch, zur Autorin und zu geplanten Lesungen ist auf http://callystronk.blogspot.com/ zu erfahren.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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