Post von den Christdemokraten: Gut gemeinte Idee wirbelt viel Staub im Kampf um Bundestagsmandate auf

Reinickendorf.

Während des Wahlkampfes ist es ganz normal, wenn Parteien Privathaushalte anschreiben und um Stimmen werben. Oftmals werden diese Briefe einfach achtlos weggeworfen. Doch was passiert, wenn die Bundeskanzlerin angeblich einen Kandidaten gesondert bewirbt?

Im Optimalfall werben die Parteien und Einzelkandidaten mit bunten Flyern um die Gunst des Wählers. Häufig wird davon jedoch keine Notiz genommen. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Echte Briefe kommen in Zeiten des Internets schon seltener vor. Wenn dieser dann auch noch von der Bundesvorsitzenden der CDU, Angela Merkel, kommt und an den Wähler persönlich adressiert ist, ist er etwas ganz Besonderes.

Ein solches Schriftstück flatterte vor einigen Tagen einem Teil der gut 260 000 Einwohner Reinickendorfs ins Haus. In besagtem Brief warb die Kanzlerin für ihre Partei. Und in besonderem Maße um Stimmen für Frank Steffel, seit 2009 Mitglied des Bundestages und auch diesmal wieder Direktkandidat der CDU im Norden. Jedoch entpuppt sich dieser Brief als eine schlecht gemachte "Fälschung". Denn weder handelt es sich dabei um den offiziellen Briefkopf der Kanzlerin. Noch ist die Unterschrift original. Vielmehr handelt es sich um eine freigestellte Unterschrift Merkels auf Wikipedia. Auch ruft die Kanzlerin nie zur Wahl eines bestimmten Kandidaten auf.

Den Briefkopf habe die Werbeagentur ganz bewusst nicht im Namen der Bundeskanzlerin verfasst, sondern, um jeden Amtsmissbrauchsvorwurf auszuschließen, im Namen der Bundesvorsitzenden der CDU. Der politische Inhalt selber ist sauber. Die Agentur hat den Inhalt des Schreibens aus Textbausteinen zusammengesetzt, die überall auf der Homepage der Partei zufinden sind. Das ist üblich und nichts besonderes. Frank Steffel erklärt den Sachverhalt so: „Zwischen der Kreisgeschäftsstelle der CDU Reinickendorf, der Werbeagentur und der Bundesgeschäftsstelle gab es zum Briefwahlaufruf ein Missverständnis. Kreisgeschäftsstelle und Bundesgeschäftsstelle sind sich einig, dass die politischen Botschaften und Inhalte des Schreibens völlig unstrittig sind. Deshalb hat die Bundespartei das Schreiben ausdrücklich im Nachhinein gebilligt.“ Ein Geschmäckle bleibt trotzdem. gw

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