Die Firma Your Mask brauchte sieben Monate von der Gründung bis zur Massenproduktion
FFP2-Masken made in Reinickendorf

Für's Foto hier einmal ohne FFP2-Maske: Firmenchef Matay Erdinc.
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Masken waren zu Beginn der Corona-Pandemie ein wertvolles Gut. Schon deshalb, weil sie kaum noch in Deutschland hergestellt wurden. Inzwischen hat sich das etwas geändert, auch dank der an der Saalmannstraße in Reinickendorf ansässigen Firma "Your Mask" und ihrem Gründer Matay Erdinc (41). Sein Unternehmen produziert mittlerweile FFP2-Masken in großem Stil. Darüber sprach er mit Berliner Woche-Reporter Thomas Frey.

Herr Erdinc, was hat sie dazu bewogen, in die Produktion von FFP2-Masken einzusteigen und wie groß war die Herausforderung?

Matay Erdinc: Das waren vor allem mehrere Anfragen, die mich im Frühjahr 2020 erreicht haben. Teilweise, noch bevor das Defizit allgemein deutlich wurde. Sehr schnell wurde klar, es besteht große Nachfrage. Und auch, dass die lange anhalten wird. Ich bin eigentlich gelernter Goldschmied, betreibe mit meinem Bruder eine Firma für Edelmetall-Recycling. Die Maskenproduktion war deshalb ein ganz neues Unternehmen. Ich musste die Finanzierung sicherstellen, Businesspläne erstellen, Maschinen einkaufen, Mitarbeiter einstellen. Auch entsprechende Räume finden. Das und noch mehr hat ungefähr sieben Monate gedauert. Inzwischen läuft der Betrieb.

Wie hoch waren Ihre Investitionen?

Matay Erdinc: Ungefähr 2,5 Millionen Euro.

Eine ziemlich hohe Vorleistung ...

Matay Erdinc: ...von der ich aber überzeugt bin, dass sie sich amortisiert. Wir produzieren derzeit zwei Millionen FFP2-Masken im Monat. Ab Februar wollen wir auf drei Millionen steigern. Dann auch im Drei-Schicht-Betrieb. Außer am Sonntag wird die Produktion dann nicht mehr stillstehen. Und das bei hoher Qualität. Jede Maske ist bei uns beispielsweise einzeln verpackt.

Wer sind Ihre Abnehmer?

Matay Erdinc: Krankenhäuser, Apotheken, Handelsketten, um einige zu nennen. Wir liefern in hoher Stückzahl an entsprechende Großkunden. Die Mindestmenge sind 1000, häufig liegt die georderte Ware zwischen 5000 und 10 000, geht aber auch manchmal bis in den sechsstelligen Bereich.

Ist denn der Rohstoff für die Herstellung in ausreichendem Maße vorhanden und die Herstellung damit gesichert?

Matay Erdinc: Das war im vergangenen Jahr teilweise ein Problem und ein Grund, warum wir erst nach gut einem halben Jahr gestartet sind. Inzwischen hat sich das, auch nach Eingreifen der Bundesregierung, erledigt. Bei den Maschinen setzten wir auf Produkte Made in Berlin. Allesamt hochwertig. Schwieriger ist eher, genügend Fachkräfte zu bekommen.

Wie viele Menschen arbeiten bei Ihnen?

Matay Erdinc: Derzeit sind es 30 Festangestellte, dazu kommen täglich circa 40 Zeitarbeiter. Geplant ist, die Zahl der direkt beim Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter weiter zu erhöhen.

Das heißt, Sie gehen davon aus, dass Masken noch lange ein Thema bleiben werden.

Matay Erdinc: Ja und das liegt auf der Hand. Ein hochwertiger Mund-Nasen-Schutz bietet eine weitaus größere Sicherheit. Er wird uns deshalb weiter begleiten. Zumal manche Berufsgruppen damit noch immer gar nicht oder unzureichend ausgestattet sind.

An wen denken Sie dabei?

Matay Erdinc: Vor allem an die Lehrerinnen und Lehrer. Speziell in Berlin. Dass an die hier bisher nicht, wie in einigen anderen Bundesländern, FFP2-Masken ausgegeben werden, halte ich für unverantwortlich. Nach meiner Ansicht sind die bei Präsenzunterricht einem ähnlich hohen Risiko ausgesetzt, wie die Pflegekräfte. Die Landesregierung sollte sie deshalb schon aus Fürsorgepflicht so gut wie möglich schützen.

Und wie halten Sie es selbst mit dem Tragen einer Maske?

Matay Erdinc: Ich trage sie nahezu durchgehend. Gerade im Betrieb. Gleiches gilt für die Mitarbeiter. Homeoffice geht bei uns natürlich nicht. Aber wir haben ein Hygienekonzept. Und vor allem haben wir sehr gute Masken.

Für's Foto hier einmal ohne FFP2-Maske: Firmenchef Matay Erdinc.
Auch Politiker interessieren sich für den Maskenbetrieb von Matay Erdinc. Hier die CDU-Europaabgeordnete Hildegard Bentele.
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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