Widrige Umstände
Rudower Bibliotheksbau verzögert sich: Firma kündigt, Kosten steigen

Bis vor wenigen Jahren stand hier Rudows Seniorenfreizeitstätte, hoffentlich bald eröffnet die neue Bibliothek.
  • Bis vor wenigen Jahren stand hier Rudows Seniorenfreizeitstätte, hoffentlich bald eröffnet die neue Bibliothek.
  • Foto: Schilp
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Aus der geplanten Eröffnung in diesem Frühjahr wird nichts: Die Arbeiten an der neuen Stadtteilbibliothek, Alt-Rudow 45, dauern länger als geplant. Außerdem sind erhebliche Mehrkosten zu erwarten.

Die Firma, die für die Anlagen- und Sicherheitstechnik verantwortlich war, habe vor einigen Wochen ihren Vertrag mit dem Bezirksamt gekündigt, teilte Bürgermeister Martin Hikel (SPD) kürzlich auf die Anfrage des SPD-Bezirksverordneten Peter Scharmberg mit. Dazu habe sie auch das Recht gehabt, weil ein Verzug von mehr als drei Monaten eingetreten war.

Das sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass beim Bibliotheksbau  Auszubildende einer Spandauer Berufsfachschule mitwirken. Sie leisteten zwar qualitativ gute Arbeit, seien aber einfach nicht so schnell wie Profis – auch wegen der festen Ferienzeiten und des Verbots von Überstunden, so Hikel. Die Leistungen mussten also neu ausgeschrieben werden.

Angespannter Baumarkt

Der Bürgermeister befürchtet weitere Zeiteinbußen. „Aufgrund der angespannten Lage auf dem Baumarkt ist es ausgesprochen schwierig, zuverlässige Firmen zu binden“, sagte er. Er hoffe jedoch, dass noch vor Ostern Angebote eingehen und gesichtet werden können, damit im Mai die Technikarbeiten weitergehen können.

Weil es sich die Unternehmen derzeit leisten können, ihre Leistungen teuer zu verkaufen, geht Hikel jedoch von „deutlichen Mehrkosten“ aus. Das wäre nicht das erste Mal. War bei Baubeginn von 1,8 Millionen Euro für die Bibliothek die Rede gewesen, so wurden die Kosten beim Richtfest vor einem Jahr schon auf 600 000 Euro mehr geschätzt.

100 Prozent teurer als veranschlagt

Damit kein Ende, denn es gibt eine weitere schlechte Nachricht. Nachdem sich im vergangenen Herbst kein einziges Unternehmungen für die Fassaden-Klinkerarbeiten gemeldet hatte, wurde die Ausschreibung wiederholt. Inzwischen ist ein Angebot eingegangen, es liegt aber 100 Prozent über dem veranschlagten Budget. Aus Mangel an Alternativen hat das Bezirksamt akzeptieren müssen.

„Wir tun alles, damit die Bibliothek so schnell wie möglich fertig wird und der Öffentlichkeit übergeben werden kann“, so Hikel. Einen konkreten Eröffnungstermin wolle er jedoch nicht nennen, das wäre angesichts der vielen Faktoren unseriös.

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