Bald geht's zu den Sternen
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bekommt Teleskop aus 3D-Drucker

Wundersame Technik: Herweg Diessner und Ansgar Schmidt (links) mit ihrem Teleskop aus dem 3D-Drucker. Nach den Sommerferien können es die Schüler des Stein-Gymnasiums ausprobieren.
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  • Wundersame Technik: Herweg Diessner und Ansgar Schmidt (links) mit ihrem Teleskop aus dem 3D-Drucker. Nach den Sommerferien können es die Schüler des Stein-Gymnasiums ausprobieren.
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Funkelnde Sternenhaufen und wirbelnde Galaxien entdecken? Krater zählen auf dem Mond oder die Ringe des Saturn? Dafür müssen die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in keine Sternwarte mehr.

Denn die Schule an der Galenstraße hat jetzt ein Teleskop. Kein teures aus dem Fachmarkt, sondern aus einem 3D-Drucker. Gebaut nach Anleitung haben das „Acht-Zoll-Dobson Teleskop“ zwei Mitarbeiter der IBM Computerfirma Berlin, Herweg Diessner und Ansgar Schmidt.

Der Kontakt zu Schulleiter Norbert Verch entstand über Gabriele Fliegel, Geschäftsführerin vom Wirtschaftshof Spandau. Das MINT-freundliche Gymnasium mit Förderschwerpunkt „IT“ ist eine Patenschule des Unternehmerverbandes. Doch das war nicht der einzige Grund für das Geschenk. „Wir haben eine Schule gesucht, die unser Teleskop nicht in den Schrank stellt, sondern wirklich benutzt“, sagt Wirtschaftsinformatiker Herweg Diessner, der bei IBM als Entwickler arbeitet. „Denn das Teleskop ist kein Spielzeug.“ Es hat eine Brennweite von 1000 Millimetern und ist mit einer 5er Blende äußerst lichtstark.

3D-Drucker können fast alles drucken

Doch kann man mit einem Teleskop aus dem 3D-Drucker tatsächlich in die Tiefen des Weltalls schauen? „Man kann“, sagt Diessner, „es ist voll betriebsbereit.“ Wer das nicht glaubt, muss sich eines Besseren belehren lassen, denn mit 3D-Druckern kann man heute fast alles drucken: von Kleidung und Lebensmitteln bis hin zu ganzen Häusern. Hauptsache, das Grundmaterial ist weich und formbar. Es kann also auch Schokolade oder Modellierwachs sein. Meist aber wird mit thermoplastischen Kunststoffen gedruckt, die erhitzt weich werden und dann mit einer feinen Düse Schicht für Schicht das dreidimensionale Objekt aufbauen. Dabei erkaltet der Kunststoff wieder und wird fest. Für das Teleskop hat Herweg Diessner Joghurtbecher, also recycelten Kunststoff verwendet.

Ganze 80 Stunden hat der 3D-Drucker für das Teleskop geschwitzt. Die gedruckten und erstaunlich festen Einzelteile hat Herweg Diessner dann zusammengeschraubt und mit Okular, Zenitspiegel und anderen Teilen zum Teleskop ergänzt.

Momentan steht das Wunderding noch ungenutzt im Physikraum. Nach den Sommerferien aber geht’s für die Schüler zu den Sternen. Vorausgesetzt, sie haben ein geübtes Auge und draußen ist es dunkel.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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