Lyner-Schüler auf der Spur von Nazi-Opfern

Schon am 21. März verkauften die Lynar-Schüler und ihre Lehrer Kaffee und Kuchen für die Namenssteine am jüdischen Mahnmal.
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Spandau. Schüler der Lynar-Grundschule haben sich im Rahmen eines interreligiösen Projektes für zwei Stolpersteine in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Schule eingesetzt. Am 18. Oktober verkaufen sie dafür Kaffee und Kuchen auf dem Schulhof, Lutherstraße 19-20.

Gemeinsam mit ihren Religionslehrern aus dem islamischen, evangelischen und katholischen Religionsunterricht haben sich die Schüler mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander gesetzt. Unterstützt von Gudrun Elmen von der Arbeitsgemeinschaft Christen und Juden im Kirchenkreis Spandau konnten die Kinder Archiv-Unterlagen, unter anderem aus dem Landesarchiv Berlin und aus dem Entschädigungsamt, über das jüdische Ehepaar Marie und Philipp Stutinski durchforschen. Der Ehepaar besaß ein Bekleidungsgeschäft an der Kurstraße 22, bevor ihnen die geschäftliche Tätigkeit von den Nazis verboten wurde, und sie aus ihrer dortigen Wohnung deportiert und nach Riga verschleppt wurden. Beide sind von dort nie wiedergekommen. Obwohl es keine Aufzeichnungen darüber gibt, muss von ihrer Ermordung in einem Konzentrationslager ausgegangen werden.

Die Tochter der beiden Eheleute, Brunhilde, konnte rechtzeitig nach England fliehen und hat dort überlebt. Ihre beiden Töchter wiederum leben heute noch in England und wollen die Spandauer Kinder - vor allem aber die Heimat ihrer Großeltern und die verlegten Stolpersteine - im kommenden Frühjahr besuchen.

Um die Stolpersteine finanzieren zu können, laden die Lynar-Kinder zum Brötchen- und Kuchenverkauf am 18. Oktober in den großen Pausen (9.30 bis 10 Uhr und 11.30 bis 12 Uhr) auf ihren Schulhof in der Lutherstraße 19-20 ein. Die Stolpersteinverlegung wird am 23. Oktober um 8.30 Uhr vor dem Gebäude Kurstraße 22 begangen. In den Bürgersteig eingearbeitet werden diese Steine - wie immer - von dem Künstler Gunter Demnig. Zu beiden Veranstaltungen laden die Kinder und ihre Lehrer herzlich ein.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatten die Lynar-Schüler für die Namenssteine am jüdischen Mahnmal am Lindenufer Kuchen und Kaffee verkauft.

Christian Schindler / CS
Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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