Diskussion über Für und Wider von Express-S-Bahn in Spandau

Ein Vorteil für die Spandauer: Mit der Express-S-Bahn kämen sie schneller in die City als etwa mit der S5.
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Spandau. „S5 X“ soll sie heißen. Das „X“ steht für Express, denn die S-Bahn soll Spandau nicht nur mit dem Havelland verbinden, sondern schneller in die City fahren.

Die neuen Pläne zur alten Idee einer „Express-S-Bahn bis Nauen“ stellte S-Bahn-Chef Peter Buchner jetzt in Spandau vor. Zur öffentlichen Gesprächsrunde am 13. Juni hatte die GAL-Fraktion geladen. Mit auf dem Podium saßen Ritva Harju (GAL), Daniel Buchholz, SPD-Verkehrsexperte im Abgeordnetenhaus, und Stefan Gelbhaar, Vizefraktionschef der Berliner Grünen. Sie alle haben den Traum von einer Express-S-Bahn nicht aufgegeben. Im Publikum waren die Meinungen da schon geteilter.

Die „S5 X“ soll über Spandau hinaus nach Falkensee und weiter über Finkenkrug und Brieselang nach Nauen führen. Während auf der Trasse ins Havelland zusätzliche Bahnhöfe geplant sind wie die umstrittene „Hackbuschstraße“ oder „Nauener Straße“ in Staaken sollen die Züge zwischen Spandau und Westkreuz ohne Halt durchfahren. „Auf dem Berliner Gebiet wären sie dann Richtung Zoo und Hauptbahnhof deutlich schneller unterwegs als die heutige S 5“, sagte Buchner. Als Zeitbeispiele für die „S5 X“ rechnete er vor: Zehn Minuten von Falkensee bis Spandau, 22 bis Charlottenburg, 26 zum Zoo und 33 zum Hauptbahnhof. Das seien zwar immer noch einige Minuten mehr als mit der Regionalbahn (RB), so Buchner. „Dafür entfällt das Umsteigen, wenn man zum Beispiel nach Charlottenburg will.“ Weitere Vorteile der Express-S-Bahn sah Buchner im leicht zu merkenden 20-Minuten-Takt, Pünktlichkeit, mehr Sitzplätze und dem schnellen Anschluss an Ringbahn. Der RE 2 und RE 6 bleiben erhalten.

Weil der S-Bahn-Chef weder genaue Fahrgastzahlen, Kosten oder einen Zeitplan für die „S5 X“ nennen konnte, blieben die vorgestellten Pläne für einige Spandauer illusorisch. Die Express-S-Bahn hätte man sich schon vor 25 Jahren gewünscht, merkte einer an. Doch das Land Brandenburg lehnte das Projekt – anders als die Berliner – immer hartnäckig ab. Bis jetzt. Denn wie Daniel Buchholz zu berichten wusste, denke man im Brandenburger Landtag langsam um. Und das habe triftige Gründe, erklärte Peter Buchner. „Die Bahn verdichtet ihre Strecken Richtung Norden, und Spandau ist mit seinen vier Fernbahngleisen schon jetzt ein Nadelöhr.“ Der Speckgürtel mit der Stadt Falkensee wächst rund um Spandau und die Zahl der Pendler nach Berlin steigt. Der Regionalverkehr komme da kaum hinterher. Das sehen die Staakener genauso. „Am Bahnhof Albrechtshof sind die Regionalzüge im Berufsverkehr überfüllt. Legen Sie mit der S-Bahn endlich los“, so der Appell an die Politiker.

Wie also weiter im Zeitplan? Im Herbst stellen die beiden Landesregierungen die Ergebnisse ihrer „Korridor-Untersuchungen“ vor, die den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg betrachten und damit auch die Umsetzung neuer Strecken. Ob die „S5 X“ da berücksichtigt ist, weiß im Moment noch keiner.

Kritiker wie Jürgen Czarnetzki von der Bürgerinitiative Spandauer Verkehrsbelange 73 jedenfalls würde es freuen, wenn nicht. Er setzt auf den schnelleren Regionalverkehr und hält die S-Bahn für utopisch, unnütz und viel zu teuer. uk

Ein Vorteil für die Spandauer: Mit der Express-S-Bahn kämen sie schneller in die City als etwa mit der S5.
Dickes Fragezeichen für die S-Bahn: Endet sie auch künftig in Spandau?
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Ulrike Kiefert aus Mitte

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