Damit Integration gelingen kann
Cura Vormundschaftsverein sucht ehrenamtliche Helfer für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Alle Hände voll zu tun haben Ayla Kiratli, Ulrich Deroni und Karin Schellenberg. In den Räumen der Lepsiusstraße 44 muss nicht nur das Büro eingerichtet werden, auch die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden weiter vermittelt.
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  • Alle Hände voll zu tun haben Ayla Kiratli, Ulrich Deroni und Karin Schellenberg. In den Räumen der Lepsiusstraße 44 muss nicht nur das Büro eingerichtet werden, auch die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden weiter vermittelt.
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Die Schreibtische sind noch nicht angekommen, aber die Aufgaben sind schon da. Der Cura Vormundschaftsverein, dessen Arbeit es ist, jungen Geflüchteten ehrenamtliche Vormundschaften zur Seite zu stellen, hat neue Räume bezogen.

Es riecht nach Farbe in den Vereinsräumen in der Lepsiusstraße 44. Die zwei Jugendlichen, die zwischen ein paar Umzugskisten und dem provisorisch hergerichteten Büro Platz genommen, haben, scheint dies wenig zu stören. Sie werden ganz andere Bilder im Kopf haben. Bilder, die uns fremd sind: Hunger, Armut, Aussichtslosigkeit, Hass, Krieg, Folter …

Verstörende Berichte kann Ulrich Deroni dazu liefern. Der Projektkoordinator des Vormundschaftsvereins erzählt sie erst auf Nachfrage. Was für ihn weitaus größeres Gewicht hat, ist die Hilfe, Unterstützung und Zuwendung, die das Steglitzer Cura-Team und die rund 90 Ehrenamtlichen den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bietet.

Mehrere Tausend Kinder sind im vergangenen Jahr ohne ihre Eltern aus ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet. Der Staat fordert eine rechtliche Vertretung, die Ämter sind mit den enormen Vormundschaftszahlen überfordert.

So hat sich 2016 aus dem Betreuungs- und Vormundschaftsverein heraus die sechsköpfige Gruppe gebildet, die ihre Aufgaben jetzt am neuen Standort wahrnimmt.

In dem Ladenlokal kümmern sie sich um die Anfragen aus der Bevölkerung zur ehrenamtlichen Tätigkeit, bereiten Informationsveranstaltungen vor, beraten Interessenten, nehmen Kontakt zu Ämtern und Vereinen auf und coachen die schon aktiven Mitglieder. Abseits der Bürokratie erleben sie die feinen Bindungen, die sich häufig zwischen den Ehrenamtlichen und den Jugendlichen entwickeln.

„Kommen die Minderjährigen bei uns an, müssen sie ohne ihre Familie leben, eine neue Sprache lernen, sich in unserem Land mit seinen Regelungen und Umgangsformen zurechtfinden. Um ihnen eine Chance zu geben, in unserer Gesellschaft anzukommen, gute Voraussetzungen für eine Integration zu schaffen, brauchen wir dringend weiter Unterstützung. Wir suchen Menschen, die eine ehrenamtliche Vormundschaft übernehmen möchten. Nicht selten fragen sich die häufig traumatisierten Jugendlichen, warum ihnen bei uns so häufig Ablehnung entgegen schlägt. Um so wichtiger ist es, dass es Mitmenschen gibt, die ihnen aufgeschlossen gegenüber sind und die Situation verständlich machen“, sagt Ulrich Deroni.

Dass diese Ehrenamtlichen freiwillig und gern mehr Zeit investieren, als ein vom Amt bestellter Vormund, der mitunter nur den einen monatlich vorgeschriebenen Besuch leisten kann, schätzt der Projektleiter ganz besonders. Daraus resultieren bereits die ersten Patenschaften für junge Erwachsene, die Cura 18+ jetzt vermehrt für Jugendliche, die aus der Vormundschaft entlassen sind, anstrebt.

Mehr Informationen unter cura.nbhs.de/vormundschaftsverein.

Alle Hände voll zu tun haben Ayla Kiratli, Ulrich Deroni und Karin Schellenberg. In den Räumen der Lepsiusstraße 44 muss nicht nur das Büro eingerichtet werden, auch die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden weiter vermittelt.
Mitten im Umzugsstress kümmern sich Ulrich Deroni, Karin Schellenberg und Ayla Kiratli schon um die Ehrenamtlichen, die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge übernehmen möchten.
Autor:

Sabine Kalkus aus Weißensee

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