Pausenzeichen vor der Klotür
Kunst am Bau für neue Musikschule in der Ruheplatzstraße

Musikalische Pausenzeichen als Bodenintarsien der neuen Musikschule an der Ruheplatzstraße.
  • Musikalische Pausenzeichen als Bodenintarsien der neuen Musikschule an der Ruheplatzstraße.
  • Foto: Esther Ernst
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Der Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die neue Musikschule Fanny Hensel in der Ruheplatzstraße 4 ist entschieden. Die Schweizer Künstlerin Esther Ernst wird den Flurboden im neuen Anbau gestalten.

Auf dem Linoleum-Boden im Erdgeschoss des Neubaus sind Intarsien eingefräst. Die Kritzeleien vor den Toilettentüren in dem neun Meter langen Flur werden wohl nur die verstehen, die dort regelmäßig ein- und ausgehen. Musikschüler, die zwischen den Geigenstunden mal auf Toilette müssen, werden die Zeichen als Halbe, Viertel- und Ganze Pause erkennen. „Zeichnung für drei Pausen, eingelegt“ hat die Künstlerin Esther Ernst, die seit 19 Jahren in Berlin lebt, ihr Kunstwerk genannt. Die musikalischen Pausenzeichen sind um eigene Krakel und Linien ergänzt und sollen Elemente grafisch notierter zeitgenössischer Musik aufgreifen. Die notierten Pausen vor den "stillen Örtchen" sollen auch zum Schmunzeln anregen. Und vielleicht animieren die Bodenintarsien ja auch zum Hüpfen und Spielen.

„Ich wollte mit der Grafik einen heiteren Akzent setzen“, sagt Esther Ernst. Die Jury im Kulturamt fand den Entwurf zumindest lustig und passend für die neue Musikschule und hat ihn unter vier Bewerbern ausgewählt. 19 000 Euro lässt sich der Bezirk die Kunst am Bau kosten. Alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge sind vom 29. April bis 11. Mai in der Schillerbibliothek in der Müllerstraße 149 zu sehen.

Wie berichtet, hat jetzt die Sanierung der Weddinger Zweigstelle der Musikschule Fanny Hensel begonnen. Nach jahrelangen Verzögerungen wird das von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann entworfene Gebäude denkmalgerecht saniert. Dabei können auch die Grundrisse verbessert werden. Clou ist ein dreigeschossiger Anbau mit zusätzlichen Musikräumen. Das Gebäude mit Flachdach steht drei Meter neben dem Baudenkmal und wird über einen Verbindungsbau aus einer Stahl-Glaskonstruktion an das Haupthaus angeschlossen. Über gläserne Brücken gelangt man in den Altbau. Im Erdgeschoss dieses Verbinders wird das Bodenkunstwerk entstehen. Denkmalschützer wollten, dass durch den transparenten Verbindungsbau die Nordwestfassade des Hoffmannbaus weiterhin erkennbar bleibt.

Über den Anbau und die Glasbrücken ist erstmals der barrierefreie Zugang in den Altbau möglich. Der Neubau ist zukünftig Haupteingang zum Gebäudeensemble. Durch das baulich bedingte Halbgeschoss sind Wartebereich und Foyer eineinhalbgeschossig. Die Gesamtkosten für Sanierung und Neubau betragen 4,45 Millionen Euro und sind fast doppelt so hoch wie einst kalkuliert.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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