Mehr als Tristesse: Fotografien von Jörn Reißig im „Kultur:Wagen“

Der Hinterhof in der Dunckerstraße 14/ 16 in den 90er-Jahren.
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  • Der Hinterhof in der Dunckerstraße 14/ 16 in den 90er-Jahren.
  • Foto: Jörn Reißig
  • hochgeladen von Bernd Wähner
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Der „Kultur:Wagen“ des „Glashaus. Vereins der Nutzer der Brotfabrik“ ist ab diesem Monat wieder im Bezirk unterwegs.

Bis Ende Mai steht er zunächst auf dem Caligariplatz unmittelbar vor der Brotfabrik. Danach wird er den Sommer über auf dem Kollwitzplatz stehen, ehe er im September, Oktober an der Breiten Straße in Pankow aufgestellt wird. In diesem Jahr ist in dieser mobilen Galerie erneut eine besondere Ausstellung zu besichtigen. Unter dem Motto „Das Leben sei ein Fest!“ werden Bilder des Berliner Fotografen Jörn Reißig präsentiert, die zwischen 1982 und 1997 entstanden. Die Brotfabrik entschloss sich, auf seiner Tour 2018 40 Fotografien aus dem Nachlass des Berliner Fotografen Jörn Reißig (1958-1997) zu zeigen. Schwerpunkt seien Reißigs Schwarzweißfotografien städtischer Räume Berlins, berichtet Petra Schröck, die Leiterin der Galerie in der Brotfabrik.

Zu sehen sind schonungslos realistische Porträts bröckelnder Häuserfassaden und verwaister Plätze. Die Abwesenheit von Menschen und die tiefenscharfe Leere verstärkt den Eindruck eingefrorener Zeit, nüchtern und melancholisch zugleich. Hinzu kommen Fotos vom Abriss der Gasometer und von Demonstrationen wie vom November 1989.

Weiterhin zeigt die Ausstellung Porträts von Menschen rund um den Helmholtzplatz sowie von Patienten aus dem Berliner Krankenhaus Herzberge. In dem wurde Reißig aufgrund seiner manisch-depressiven Erkrankung regelmäßig zu DDR-Zeiten und nach der Wende behandelt. Petra Schröck: „Unser Ziel ist es mehr als zeitgeschichtliche Dokumente von der Tristesse und dem Wandel Berlins zu zeigen. Die Bilder sind auch Zeugnisse des innerlichen und äußerlichen Überlebenskampfes eines Chronisten dieser Jahre zwischen den Zeiten, mit dem man sich identifizieren kann und der mit dieser Ausstellung eine Würdigung erfährt.“

Ergänzend zur Ausstellung wird der Film „Einmal in der Woche schreien“ gezeigt. Dieser 17-minütige Streifen wurde 1982 von Günter Jordan gedreht. Die Musik stammt von der Gruppe Pankow. Geöffnet ist der „Kultur:Wagen“ täglich von 10 bis 18 Uhr.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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