Kinder bauten ihre Stadt und übten sich in Demokratie

Stolz präsentieren Nahom (11), Betreuerin Blen (17) und Mathewos (9) ihre aus Paletten selbst gezimmerte Disco in Crazy Town.
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  • Stolz präsentieren Nahom (11), Betreuerin Blen (17) und Mathewos (9) ihre aus Paletten selbst gezimmerte Disco in Crazy Town.
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Weißensee. Crazy Town kommt aus dem Englischen und heißt verrückte Stadt. Erbaut wurde eine solche von Kindern aus Paletten auf dem Gelände der Hagenbeck-Oberschule, Gustav-Adolf-Straße 60.

Das Schulgelände wurde so 14 Tage lang während der Sommerferien für rund 60 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zum pädagogisch betreuten Bauspielplatz. Sechs Kinder bildeten ein Team. Pro Hütte gab es einen Betreuer."Morgens haben wir gebaut", berichtet Danilo (10). Und Malin (11) ergänzt: "Das Mittagessen haben wir selbst gekocht." Auch Mathewos (9) war total begeistert: "Mittagessen gab es aus dem Kessel über der Feuerschale. Das war echt cool." Auch die sechsjährige Luise war "total begeistert". Den Abwasch besorgten die Teams abwechselnd.

Jeden Morgen gab es eine Bürgerversammlung, wo alle wichtigen Fragen nach demokratischer Abstimmung entschieden wurden. "Gleich in der ersten Bürgerversammlung entschieden sich die Kinder per Abstimmung für den Namen ihrer Stadt, gegen das Amt eines Bürgermeisters und für bargeldlosen Zahlungsverkehr", erläutert Projektleiterin Nadine Hoff. "Stattdessen gab es jeweils drei Gutscheine für die fleißigen Häuslebauer, die nachmittags in den Einrichtungen der Stadt für die unterschiedlichsten Dienstleistungen eingetauscht werden konnten."

Denn nachmittags boten die Teams ihre Dienstleistungen in von ihnen errichteten Hütten an. "Da gab es eine Disco, ein Sportzentrum, eine Bar, ein Kino und einen Beauty-Salon", erklärt Naom (11).

Im Beauty-Salon beispielsweise konnte sich die Kinder schminken oder Woll-Strähnchen ins Haar flechten lassen. Im Kino wurden von den Kindern Filme nachgespielt. Und im Sportzentrum konnte man sich nach Herzenslust austoben, während sich die Kids in der Disco zu heißen Rhythmen bewegten.

14 Tage spielerisch arbeiten, leben und vor allem demokratisch selbst entscheiden - die Zeit war leider viel zu schnell vorbei. "Aber es hat sich gelohnt", darüber waren sich die jungen Bürger von Crazy Town und die pädagogischen Betreuer einig.

Acht Erzieherpraktikanten beziehungsweise angehende Sozialarbeiter betreuten das Projekt. "Gefördert wurde unser Projekt durch den Lokalen Aktionsplan (LAP) Pankow", so Sozialarbeiterin Nadine Hoff. Es ist eingebettet in das Bundesprojekt "Toleranz fördern - Kompetenz stärken." Unterstützt wurde das Projekt auch von anderen Bauspielplätzen, die Werkzeug und Material lieferten, sowie Firmen aus dem Kiez, die großzügig Paletten spendeten.

Michael Kahle / m.k.
Stolz präsentieren Nahom (11), Betreuerin Blen (17) und Mathewos (9) ihre aus Paletten selbst gezimmerte Disco in Crazy Town.
Die Bürger von Crazy Town und ihre Betreuer auf der stadteigenen selbst errichteten Sportanlage.
Autor:

Michael Kahle aus Mitte

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