Neue Urkunde zur Geschichte Weißensees entdeckt

Jürgen Kirsche präsentiert ein vergrößertes Faksimile von der neu entdeckten Urkunde.
  • Jürgen Kirsche präsentiert ein vergrößertes Faksimile von der neu entdeckten Urkunde.
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Weißensee. Mit 2013 geht für Weißensee auch das Jubiläumsjahr zu Ende. Der Ortsteil beging mit zahlreichen kleineren Veranstaltungen "700 Jahre erste urkundliche Erwähnung Weißensee".

Die erste, bisher verbürgte Erwähnung Weißensees stammt aus dem Frühjahr 1313. Mit einer Urkunde wurde dokumentiert, dass der Ritter Borchard Gruvelhut seine Rechte über vier Hufen am Dorf Weißensee an das Heiliggeist-Spital zu Berlin abtrat. Leider ist diese Urkunde nicht mehr erhalten. Sie ist nur noch als Abdruck überliefert, der aus dem Jahre 1737 stammt. Den Ort Weißensee selbst muss es aber schon viel länger gegeben haben. An einer Handelsstraße, die Böhmen und Sachsen mit der Ostsee verband, wurde das Dorf wohl schon Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet, vermuten die Mitglieder des Vereins Weißenseer Heimatfreunde schon seit Langem.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr wurde nun ein Dokument entdeckt, das diese These untermauert. Sigrid Weise von den Heimatfreunden Weißensee recherchierte zu einem ganz anderen Thema im Landeshauptarchiv Potsdam. "Dabei stieß sie auf das ,Copialbuch des Klosters Lehnin‘", berichtet Jürgen Kirschke, der Vorsitzende des Vereins. In diesem Buch, in dem die Besitztümer, Schenkungen und Verkäufe des Klosters festgehalten sind, findet sich eine Urkunde. In dieser bestätigen Johannes und Otto von Brandenburg Verkäufe und Schenkungen an das Kloster Lehnin. Als Zeugen werden "sowohl geistliche als auch weltliche Personen" benannt. Zu diesen Zeugen gehört auch ein Conradius de Wittense. Aus Wittense wurde später Weißensee.

Jürgen Kirschke geht davon aus, dass es sich bei diesem Zeugen um den Lokator, also den vom Markgrafen beauftragten Dorfgründer, von Weißensee handelt. Das Pikante an dieser Entdeckung: Die neu entdeckte Urkunde, die in lateinischer Sprache verfasst ist, stammt aus dem Jahre 1242. "Wir müssen nun also davon ausgehen, dass es die erste urkundliche Erwähnung Weißensees bereits vor 771 Jahren gab", resümiert Kirschke. Wenn sich nicht noch ältere Dokumente finden, kann Weißensee also 2042 erneut ein Jubiläum begehen: 800 Jahre erste urkundliche Erwähnung.

Nach diesem überraschenden Ende des Jubiläumsjahres planen die Weißenseer Heimatfreunde aber bereits ihre Veranstaltungen für das nächste Jahr. Ein erster Höhepunkt: Am 24. Januar richten sie erstmals den Neujahrsempfang der Pankower Vereine aus. Dieser wird zum ersten Mal im Rathaus Weißensee stattfinden.

Weitere Informationen gibt es bei Jürgen Kirschke unter 0163 473 67 17 sowie per E-Mail an heimatfreunde@berlin-weissensee.de.
Bernd Wähner / BW
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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