Erstmals MRE-Siegel in Berlin vergeben

Amtsärztin Dr. Nicoletta Wischnewski überreichte das Siegel an den Chefarzt des Instituts für Hygiene, Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp.
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Wo: DRK Kliniken Westend, Spandauer Damm 130, 14050 Berlin auf Karte anzeigen

Als erster Klinikverbund in der Hauptstadt wurden die DRK Kliniken Berlin für ihre qualitätssichernden Maßnahmen im Kampf gegen multiresistente Erreger (MRE) gewürdigt.

Amtsärztin Dr. Nicoletta Wischnewski überreichte am 14. März das Siegel an den Chefarzt des Instituts für Hygiene, Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp. „Über den außergewöhnlichen Einsatz der DRK Kliniken Berlin bei der Prävention und Bekämpfung von MRE freuen wir uns besonders“, betonte sie. „Es ist eine große Herausforderung, drei Krankenhäuser unter einem einheitlichen Hygieneregime zu vereinen.“ Auch Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) bescheinigte ihnen eine exzellente Arbeit. Zur besseren Bekämpfung von Krankenhausinfektionen will sie demnächst einen Aktionsplan für ganz Berlin vorlegen.

MRE sind Bakterien, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen. Dazu zählt der weit verbreitete Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA). Er kommt auch auf der Haut von gesunden Menschen vor, was viele nicht wissen, wenn sie ins Krankenhaus gehen. Deshalb hat der Klinikverbund unter Leitung der Institute für Hygiene und Mikrobiologie im September 2017 als Erster ein generelles MRSA-Screening eingeführt. Alle Patienten, die stationär in eine Klinik kommen, werden per Nasen-Rachen-Abstrich auf MRSA untersucht. Erste Ergebnisse liegen bereits nach 24 Stunden vor. So können relativ schnell Maßnahmen gegen mögliche Übertragungen ergriffen werden. MRSA ist gut behandelbar, entstehen aber Infektionen, können diese sogar tödlich enden.

Mehr Schutz für Patienten

Für Patienten bedeutet das flächendeckende MRSA-Screening eine erhöhte Sicherheit. Wird MRSA zum Beispiel vor einer Operation behandelt, sinkt das Risiko von Folgeinfektionen. Gleichzeitig erhöht das Screening langfristig die Fachkenntnis über die Verbreitungswege des Bakteriums.

Das Siegel wurde vom MRSA-Netzwerk Berlin im Rahmen der AG Krankenhaushygiene, einem Zusammenschluss Berliner Gesundheitsämter, entwickelt. Es gewährleistet die Einhaltung strenger Qualitätskriterien im Bereich Hygiene. Dazu zählen unter anderem eine ausreichende Anzahl von Hygienefachpersonal, das Erfassen und Bewerten häufig auftretender Infektionen sowie regelmäßige Präventions- und Schulungsmaßnahmen. Das MRE-Siegel muss alle zwei Jahre neu beantragt werden. Jedes Krankenhaus wird dann wieder auf die Einhaltung der Qualitätsstandards überprüft. Und auch die Kriterien der Siegelvergabe selbst werden den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.

In den verschiedenen Einrichtungen der DRK Kliniken Berlin werden pro Jahr rund 200 000 Patienten behandelt, 140 000 davon ambulant und 60 000 stationär. Derzeit sind rund 3400 Mitarbeiter bei den DRK Kliniken beschäftigt, somit zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern in Berlin.

Amtsärztin Dr. Nicoletta Wischnewski überreichte das Siegel an den Chefarzt des Instituts für Hygiene, Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp.
Chefarzt des Instituts für Hygiene Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp, Oberin der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. Doreen Fuhr, Senatorin für Gesundheit Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat, und der Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin Dr. Christian Friese (v.l.n.r.) bei der Übergabe des MRE-Siegels.

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