"Unser Garten ist auch Begegnungsort"
Laubenpieper der Kolonie „Am Stadtpark I“ bedanken sich für die Rettung ihrer Schollen

Manuel Friedrich und Monika Braun haben ihren Kleingarten seit 20 Jahren. Sie sind froh, dass ihre kleine Oase nun erhalten bleibt.
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  • Manuel Friedrich und Monika Braun haben ihren Kleingarten seit 20 Jahren. Sie sind froh, dass ihre kleine Oase nun erhalten bleibt.
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Monatelang mussten die Laubenpieper der Kolonie „Am Stadtpark I“ bangen. 19 Kleingärten des Blocks 1 sollten einem Erweiterungsbau der benachbarten Wangari-Maathai-International-School weichen. Mit einer großangelegten Kampagne protestierten die Laubenpieper gegen die Pläne des Senats. Mit Erfolg. Für die Erweiterung der Schule wird nach einer Alternative gesucht. Die Gärten sind gerettet. Für die Kleingärtner ein guter Grund zum Feiern.

Das Erntedankfest am 4. Oktober nahmen die Kleingärtner zum Anlass, um sich bei ihren Unterstützer zu bedanken. Auch Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und Beate Stoffers von der Senatsbildungsverwaltung sowie die Nachbarn aus dem Kiez feierten mit. Gleichzeitig wurde die Kampagne zum Erhalt von Block 1 symbolisch beendet: Auf dem reich gedeckten Tisch auf der Straße vor der Kolonie Block 1 boten die Hobbygärtner Produkte aus ihren Gärten als Geschenke zum Mitnehmen an: Herbstblumen, Äpfel, Kräuter, Samen und Marmeladen.

Seit 20 Jahren ein kleines Paradies

Mit Familie und Freunden wurde auch im Garten von Monika Braun und Manuel Friedrich gefeiert. Seit 20 Jahren haben sie ihren Garten in der Kolonie am Stadtpark I schon. „Wir waren schon immer auf der Suche nach einem Garten. In dieses Grundstück in der Nähe unserer Wohnung haben wir uns gleich verliebt“, erinnert sich Manuel Friedrich. Die 190 Quadratmeter große Parzelle ist zu einem kleinen Paradies für die Familie geworden. Und das wird reichlich genutzt. „Wir wohnen hier in der Babelsberger Straße und sobald es das Wetter erlaubt, sind wir im Garten“, sagt Friedrich. Da wird gegrillt, gegärtnert, mit den Kindern und Freunde Brettspiele gespielt und nicht zuletzt die Ruhe genossen. Der Garten ist auch eine Begegnungsstätte.

„Die Mitteilung, dass die Gärten fast von heute auf morgen verschwinden müssen, traf uns alle hart“, sagt Friedrich. Es würde so viel Arbeit in dem kleinen Grundstück stecken, „das ist nicht mit Geld zu bezahlen.“

Auch seine Frau Monika liebt die kleine, grüne Oase mitten in der Stadt, die vor allem in der Zeit der Pandemie wichtig geworden ist. Obst und Gemüse anzubauen, mit alten Sorten zu experimentieren und schließlich die Erträge zu verarbeiten – das macht ihr Spaß.

Neue Pläne schmieden

In den vergangenen Monaten aber konnten sie ihr Idyll mitten in Berlin nicht mehr richtig genießen. „Wir hatten viele Pläne und wollten Neues ausprobieren. Alte Gemüsesorten zum Beispiel anbauen. Und noch eine Kletterrose pflanzen. Die Nachricht, dass die Gärten nicht mehr lange bleiben können, war sehr demotivierend“, erzählt Monika Braun. Jetzt freut sie sich auf das nächste Jahr und hat Ideen, was sie anbauen wird: „Ich werde es mal mit Bärlauch und Meerrettich versuchen.“ Und den Platz für die Kletterrose hat sie auch schon ausgesucht.

Die Kleingärten sind vorerst gerettet, doch der Schutz vieler Kolonien ist nur befristet. Für die Kolonie „Am Stadtpark I“ zum Beispiel ist im neuen Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans (KEP) eine Nutzungsperspektive bis 2030 vorgesehen. Der Verein "Kolonie am Stadtpark I" fordert daher die landeseigenen Kolonieflächen im KEP in Schutzkategorie 2 als „dauerhaft zu erhaltende Kleingärten mit Handlungsbedarf“ einzustufen.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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