Poller gegen Verkehrssünder
Prinzregentenstraße wird als Fahrradstraße sicherer gemacht

Mit roten Radspuren und rot-weiße Baken soll das illegale Durchfahren der Prinzregentenstraße verhindert werden.
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  • Mit roten Radspuren und rot-weiße Baken soll das illegale Durchfahren der Prinzregentenstraße verhindert werden.
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Vor zirka zehn Jahren wurde die Prinzregentenstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Das heißt: Eigentlich sollten Fahrradfahrer Vorrang haben und nur Anlieger dürfen mit ihren Kfz die Straße befahren. Gehalten hat sich an diese Regelung allerdings kaum ein Autofahrer. Jetzt hat der Bezirk durchgegriffen und eine sogenannte „Diagonalsperre“ eingebaut.

Anwohner und Initiativen freuen sich, dass in Sachen Fahrradstraße Prinzregentenstraße endlich etwas passiert. Seit drei Jahren forderte das Netzwerk "Fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf" und die Bürgerinitiative Prinzregentenstraße unter anderem, die Kreuzung Prinzregentenstraße, Durlacher Straße baulich umzugestalten und so den illegalen Durchgangsverkehr zu verhindern. Das ist jetzt passiert. Die Spur für Radfahrer wurde rot unterlegt und rot-weiße Baken als Sperre aufgestellt. Autofahrer müssen jetzt an der Kreuzung nach links oder rechts in die Durlacher Straße abbiegen. Doch gehört die Fahrradstraße nun tatsächlich nur den Radfahrern?

Viele Autofahrer missachteten die Sperrung

Nach dem ersten Wochenende mit der neuen Maßnahme waren Anwohner und Vertreter des Netzwerkes nicht zu 100 Prozent zufrieden. Beobachtungen ergaben, dass ein großer Teil der Autofahrer sich nicht an die Regeln hielt und die Sperrung missachtete. Viele schlängelten sich an den beiden rot-weißen Barken vorbei.

„Wir werden feste Poller installieren“

Der Bezirk reagierte schnell und hat noch einmal nachgebessert. Inzwischen sorgen weitere Barken dafür, dass ein Durchkommen für Autofahrer so gut wie unmöglich ist. Und auch die Barken sind nur eine Übergangslösung. „Wir werden feste Poller installieren“, sagt Stadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Grüne). Die Abstände zwischen den Pollern sollen so breit sein, dass man bestenfalls mit einem kleinen Auto durchkommt. Da müsste man aber ganz schön „zirkeln“, so Schruoffeneger. „Das macht keiner“, ist er überzeugt. Wann die Poller genau installiert werden, könne er noch nicht sagen. Aber: Sie sind bestellt.

Schnell umgesetzt

Sascha Broy, Sprecher des "Netzwerkes Fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf", ist unterm Strich „sehr zufrieden“. „Wir sind froh, dass es der Stadtrat geschafft hat, die Maßnahme an dieser Kreuzung vorzuziehen und noch vor dem Winter umzusetzen“, sagt Broy gegenüber der Berliner Woche. Positiv bewertet er ebenfalls, dass auch eine Vorfahrtsberechtigung für Radfahrer durchgesetzt wurde. Jetzt hoffe er, dass die Poller bald kommen und sie in einem Abstand von höchstens zwei Metern aufgestellt werden. „Wir werden jetzt nicht mit dem Maßband nachmessen. Es geht uns um das Ziel und wenn Autos nicht mehr durchfahren können, sind wir zufrieden“, sagt Broy.

Aber das Netzwerk hat auch Verbesserungsvorschläge. So fehlen noch Aufstellflächen für linksabbiegende Radfahrer zwischen den beiden rot markierten Fahrspuren. Eine solche Aufstellfläche sei vor allem für die Radfahrer wichtig, die vom Prager Platz geradelt kommen und links in die Durlacher Straße abbiegen möchten. Die jetzigen Markierungen seien nicht für jeden gleich überschaubar. Eine zusätzliche Markierung könnte für mehr Klarheit und auch Sicherheit sorgen.

Mit roten Radspuren und rot-weiße Baken soll das illegale Durchfahren der Prinzregentenstraße verhindert werden.
Die Prinzregentenstraße wurde mit roten Fahrspuren markiert. Damit soll deutlich gemacht werden: Das ist eine Fahrradstraße.
Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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