Bezirk sieht Wohnungsbau temporär in Gefahr
Streit um Ankunftszentrum

Zwischen Bezirksamt und Senat ist es zum Streit gekommen über die Organisation des Ankunftszentrums für Geflüchtete auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.

Schon am 30. Oktober 2018 hatte der Senat beschlossen, das auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof befindliche Ankunftszentrum für Geflüchtete nach Wittenau zu verlagern. Hintergrund ist die bisherige menschenunwürdige Unterbringung. Familien und Einzelpersonen haben nur provisorische Privatsphäre. Kern des neuen Zentrums sollte eine neu zu errichtende modulare Unterkunft werden, die mit der Nutzung der vorhandenen, teilweise denkmalgeschützten ehemaligen Klinikgebäude verbunden wird.

Mit Unverständnis reagierte das Bezirksamt jetzt auf die Ankündigung der Senatsintegrationsverwaltung, im geplanten Ankunftszentrum bis zu 600 Flüchtlinge unterbringen zu wollen – und damit deutlich mehr als bisher angegeben. Hintergrund ist die Entscheidung der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach (Die Linke), die Flüchtlingsunterkunft am Hangar in Tempelhof sofort aufzulösen und die betroffenen Menschen vorübergehend in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau unterzubringen.

"Völlig andere Zeitschiene"

In wenigen Wochen sollen dann das Ankunftszentrum nach Reinickendorf auf das ehemalige Bonhoeffer-Gelände verlegt und die Flüchtlinge in den dortigen Sternhäusern untergebracht werden. Bürgermeister Frank Balzer (CDU): „Das bedeutet eine völlige andere Zeitschiene.“

Geplant war laut Balzer bisher, dass beide Sternhäuser umgehend leer gezogen und abgerissen werden, um Wohnungsbau auf der dann freien Flächen zu entwickeln. Ein neuer Modulbau mit rund 380 Plätzen sollte – von der Oranienburger Straße kommend – auf der rechten Seite entstehen. Dieser Modulbau und die vorhandenen Verwaltungsgebäude sollten als Erstaufnahme genutzt werden.

„Der Modulbau könnte aber frühestens 2019, eher 2020 in Betrieb gehen“, sagt Balzer. Die jetzige Entscheidung bedeute, die Sternhäuser würden nicht abgerissen. Der Wohnungsbau könne erst viel später realisiert werden und die Zahl der Flüchtlinge auf dem Areal steige deutlich.

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