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Hundefreunde befürchten drastische Einschränkungen im Freilaufgebiet Grunewald

Hundehalter sind sauer. Sie fürchten drastische Einschränkungen durch die Neuausweisung des Grunewals als Landschaftsschutzgebiet. Foto: Thomas Schubert
Hundehalter sind sauer. Sie fürchten drastische Einschränkungen durch die Neuausweisung des Grunewals als Landschaftsschutzgebiet. Foto: Thomas Schubert (Foto: Thomas Schubert)

Steglitz-Zehlendorf. Hundehalter sind in Alarmstimmung. Sie befürchten eine Verkleinerung des Freilaufgebiets im Grunewald.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will das Landschaftsschutzgebiet Grunewald mit darin liegenden Naturschutzgebieten neu ausweisen. Für die Bürgerinitiative (BI) Berliner Schnauzen hört sich dies nach „drastischen Einschränkungen“ an. „Weite Teile des Grunewalds westlich des Grunewaldsees und der Krummen Lanke bis hin zur Avus sind davon betroffen“, sagt BI-Sprecherin Beate Fischer. „Diese Areale sollen unter die europäische Richtline Flora-Fauna-Habitat gestellt werden, die eine Leinenpflicht mit sich bringt, wenn nicht sogar ein partielles Hundeverbot.“ Davon betroffen seien vor allem professionelle Dogwalker und Hundetrainer.

Tatsächlich sind Flora-Fauna-Habitat-Gebiete besonders schützenswerte Regionen, die den Lebensraum von Tieren und Pflanzen, vor allem auch von gefährdeten Arten, sichern sollen. Im Entwurf der Senatsverwaltung ist zu lesen: „In den Naturschutzgebieten ist es insbesondere verboten, Hunde auf andere Weise als an kurzer Leine oder in gesperrten Bereichen mitzuführen.“

Senatssprecher Derk Ehlert erklärt, die aktuelle Landschaftsschutzverordnung für den Grunewald stamme aus dem Jahr 1963 und fuße noch auf dem Reichsnaturschutzgesetz von 1935. „Mit der geplanten Änderung sollen die Verordnungen an das moderne Naturschutzgesetz und die europarechtlichen Anforderungen angepasst werden.“

Für Hundebesitzer ändere sich zunächst nichts. Allerdings könne es künftig erforderlich sein, einzelne Bereiche für das Mitführen von Hunden zu sperren, um die Ziele der Verordnung zu erreichen. Jetzt gehe es darum, die Stellungnahmen von Bürgern, Initiativen und Verbänden auszuwerten, erst danach werde die Endfassung der Verordnung ausgearbeitet. Eine Beteiligung ist bis zum 9. März online unter http://asurl.de/139f möglich.

Die Berliner Schnauzen fordern einen offenen Diskurs mit den Behörden. Interessierte können sich beim BI-Treffen am Montag, 6. März, 19 Uhr im Dos Pescados, Friedrich-Wilhelm-Platz 14, in Friedenau informieren. uma

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