Mit dem Schwimmbär zum Erfolg
Immer mehr Neuköllner Grundschüler können schwimmen

Die Schülerinnen der zweiten Klasse aus der Janusz-Korczak-Grundschule haben schon viel gelernt.
  • Die Schülerinnen der zweiten Klasse aus der Janusz-Korczak-Grundschule haben schon viel gelernt.
  • Foto: Bärbel Ruben
  • hochgeladen von Corina Niebuhr

In Neukölln ist die Rate der Nichtschwimmer unter den Drittklässlern in fünf Jahren von 42 auf rund 20 Prozent gesunken – dem Wassergewöhnungsprojekt „Schwimmbär“ sei Dank.

Während in den 70er Jahren im Bezirk so gut wie jedes ältere Kind schwimmen konnte, gibt es heute immer mehr Nichtschwimmer unter den Kindern. Wie kann das sein? Wo es doch den regulären Schwimmunterricht in der dritten Klasse gibt, den alle Kinder bekommen. Die Drittklässler nehmen in der Regel auch alle daran teil. Das Problem ist aber: Wer vorher noch nie mit den Eltern oder Großeltern im Schwimmbad oder See im tiefen Wasser war, muss sich erst einmal an das Medium Wasser gewöhnen.

Vielen Kindern, die Wasser nur aus der Badewanne kennen, geht es im Schulschwimmunterricht schlichtweg zu schnell. Sie sind zunächst ängstlich und brauchen mehr Zeit als andere Kinder, um sich ins tiefe Wasser vorzuwagen. Und schon ist der Unterricht vorbei, ohne dass sie das Schwimmen richtig üben und lernen konnten.

Gemessen an Drittklässlern

In Neukölln ist der Anteil solcher Kinder unter den Drittklässlern besonders hoch: 2014 waren es 42 Prozent, weshalb die damalige Bildungsstadträtin Franziska Giffey das Wassergewöhnungsprojekt „Schwimmbär“ ins Leben rief. Drei Jahre später entstand der Verein „Neuköllner Schwimmbär“, dessen Schwimmtrainerteam das Projekt im Auftrag des Bezirksamtes fortsetzt. Sie bereiten die Kinder am Ende der zweiten Klasse auf den regulären Schwimmunterricht vor. In diesem Jahr nehmen 20 Grundschulen aus Neukölln das Angebot wahr, mit insgesamt rund 57 Klassen und rund 1000 Kindern.

Dabei gehen die Schwimmtrainer mit den Kindern gemeinsam ins Wasser und bleiben an deren Seite. Die Kleinen üben Grundfertigkeiten des Schwimmens wie Atmen, Schweben, Gleiten und Tauchen. Im Vordergrund steht der Angstabbau. Ziel der Wassergewöhnung ist auch der Spaß am Wasser, dass sich die Mädchen und Jungen dort mit Freude bewegen können und dabei sicher fühlen. Als Anerkennung für ihren Mut und ihre Leistung bekommen sie dann auch nach Abschluss des einwöchigen Kurses eine individuelle Urkunde und einen Schwimmbär-Button als Abzeichen überreicht.

22 Prozent weniger Nichtschwimmer

Und die Arbeit des Schwimmbär-Vereins hat sich gelohnt: In fünf Jahren ist die Zahl der Kinder, die nach dem Schulschwimmunterricht immer noch Nichtschwimmer sind, von 42 auf rund 20 Prozent gesunken. Bildungs- und Sportstadträtin Karin Korte freut sich mit Schwimmbär-Projektkoordinatorin Daniela von Hoerschelmann darüber: „Das ist eine Erfolgsgeschichte!“ Beide stellten die Zahlen kürzlich im Sportbad Britz vor. Bisher hätten über 6000 Zweitklässler den Wassergewöhnungsunterricht bekommen, so Korte. Und nach den Sommerferien gehe es im Sportbad Britz für die Neuköllner Kinder weiter.

Finanziert wird das Projekt aus dem Bonusprogramm für Schulen in schwieriger Lage des Landes Berlin, durch das Bezirksamt Neukölln, Elternbeiträge und Spenden. Die Berliner Bäder Betriebe helfen mit, indem sie niedrigere Eintrittspreise für die Kinder verlangen.

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