Auch das Souterrain sichern
Zahl von Kellereinbrüchen in Friedrichshain steigt

Vorsicht Einbrecher! Stefan Kranich (rechts) und Gordon Roloff mit dem Flyer.
  • Vorsicht Einbrecher! Stefan Kranich (rechts) und Gordon Roloff mit dem Flyer.
  • Foto: Thomas Frey
  • hochgeladen von Simone Gogol-Grützner

Die Diebe haben oft leichtes Spiel. Und gerade das macht der Polizei Sorge.

"Seit Jahresbeginn haben wird im Bereich Friedrichshain rund 600 Kellereinbrüche registriert", sagen Stefan Kranich, Leiter des Führungsdienstes, und Gordon Roloff, Präventionsbeauftragter vom zuständigen Abschnitt 51. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es etwa 140.

Der Anstieg kann damit zusammenhängen, dass sich aktuell mehr Akteure in diesem "Metier" betätigen. Vor allem aber werde es den ungebetenen Besuchern in Kellern oder auf Dachböden zu leicht gemacht. Gerade darauf wollen die beiden Beamten hinweisen.

Oft halte die Sicherung auch nur geringen Standards kaum stand. Dort wird ebenso eine größere Investition dringend nahe gelegt wie an den Zugangstüren zum Souterrain. "Wir empfehlen das Anbringen selbst verriegelnder Schlösser". Außerdem sollten dort aufbewahrte Wertsachen extra abgeschlossen werden. Das gelte nicht zuletzt für abgestellte Fahrräder. Es sei kaum nachvollziehbar, wenn sich jemand ein teures Rad anschaffe, es dann aber nur mit einer simplen Kette versehe oder vielleicht sogar überhaupt nicht abschließe, meint Stefan Kranich. Auch das Notieren von Individualnummern oder eine Codierung des Rads schade nicht.

Ideelle Werte

Zwar befinden sich, abgesehen von den Zweirädern, häufig keine materiell kostbare Gegenstände im Keller, aber nicht selten solche mit einem ideellen Wert. Werden sie gestohlen, sorge das ebenso für Frust wie allein die Tatsache, dass sich jemand an der eigenen Privatsphäre zu schaffen gemacht hat.

Gleichzeitig sind die Abstellräume in vielen Fällen ein nur in längeren Abständen aufgesuchter Ort. Schon das mache es oft schwer, den wahrscheinlichen Einbruchszeitpunkt zu ermitteln, wenn zwischen zwei Besuchen mehrere Wochen lagen.

Was insgesamt zum Hinweis auf mehr Aufmerksamkeit für das Unter- und auch Speichergeschoss führt. Werden dort unbekannte Personen angetroffen, sollten sie nach dem Grund ihres Aufenthalts gefragt werden. Auch das zeige die Erfahrung. Bei oft nur geringen Hindernissen lassen die Täter von ihren Vorhaben ab. Das gelte erst recht, wenn Türen und Verschläge gut gesichert sind.

Liebe einmal zu oft die 110 wählen 

Für die beiden Beamten ganz wichtig: Bei Verdacht auf mögliche Einbrecher sollte sofort die Polizei angerufen werden. Und zwar über die 110.
Gerade bei diesem Thema wollen sie mit einer weit verbreiteten Mär aufräumen. Nämlich der, dass der Anrufer haftbar gemacht wird, wenn sich sein Alarm als unbegründet erweist. Dem sei nicht so. Lieber ein unnützer Einsatz, als dass ein mutmaßlicher Täter durch die Lappen geht.  Neben eigenen Vorkehrungen setzt die Polizei gerade auf solche Hinweise.

Bei den Verdächtigen handle es sich meist um Menschen, die mehrfach mit solchen Delikten auffallen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, lassen Stefan Kranich und Gordon Roloff durchblicken. Werden nur einer oder wenige geschnappt, gingen die Einbruchszahlen danach häufig spürbar zurück.
Unter dem Titel "Vorsicht Einbrecher" hat der Abschnitt 51 auch einen Flyer aufgelegt. Neben Hinweisen findet sich dort auch der Kontakt zum Präventionsteam in der Wedekindstraße 10:  Telefon 46 64 55 10 40 oder  46 64 55 10 41, E-Mail Dir5A51praev@polizei.berlin.de

Informationen zum Einbruchschutz gibt es auch bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle am Platz der Luftbrücke 5. Öffnungszeiten: Montag, 10 bis 18, Dienstag bis Donnerstag, 8 bis 15 Uhr; Telefon: 46 64 97 99 99.

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