Mundarttheater "Berliner Schnauze"
Bühnenkünstlerin Marga Bach verwirklicht ihren Traum von einer Spielstätte für den Berliner Dialekt

Hinter dieser Tür geht es zu Marga Bachs Mundarttheater.
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"Die Lieder von der Hahnemann werde ich natürlich auch bringen", sagt Marga Bach. Klaus-Peter Grap nickt. Die beiden besprechen den Ablauf des Eröffnungsabends im neuen Berliner MundArt & Comedy Theater "Berliner Schnauze".

Es wird am 1. September in den Räumen des bisherigen Kabaretts "Charly M." in der Karl-Marx-Allee 133 eröffnen. Das Projekt ist das Baby von Marga Bach. Ein Haus, das Aufführungen im Berliner Dialekt präsentiert. In anderen deutschen Städten gäbe es solche Bühnen mit Heimatklang. "Nur bei uns bisher nicht", beklagt die Frau, die ihr Alter mit "gut gereift" angibt. Deshalb existiere hier eine Marktlücke. Gleichzeitig will sie aber deutlich machen, "dass wir uns für unsere Sprache nicht schämen müssen."

Marga Bach gehört zu den Künstlern, deren Berliner Idiom ein Markenzeichen ist. Sie trat in Kabaretts wie den "Stachelschweinen", der "Kneifzange" oder dem "Kartoon" auf und tourt regelmäßig mit Soloprogrammen durch die Lande. Bekannt geworden ist sie nicht zuletzt mit dem Helga Hahnemann-Programm "Frech wie Rotz". Und auch abseits der Bühne wirkt sie manchmal wie eine Reinkarnation der legendären Mundart-Mimin.

Die Idee, einen Ort für regelmäßige Aufführungen in Berliner Schnauze einzurichten, begleitet sie seit vielen Jahren. Als 2011 die "Kneifzange" in der Friedrichstraße dicht machte, habe sie bereits einen ersten Anlauf unternommen, der leider nicht erfolgreich war. Schon damals ließ sie den Titel "MundArt und Comedy Theater" urheberrechtlich schützen.

Die zweite Chance ergab sich mit der Aufgabe des "Charly M." Dass der Hauseigentümer dort weiter ein Theater haben wollte, passte perfekt zu ihren Plänen. Allerdings wurde die Miete erhöht. Auch Umbauarbeiten mussten stattfinden. Marga Bach hat jetzt erst mal einen ziemlich hohen Kredit an der Backe. "Wie blöd bin ich denn? Gerade habe ich mein Haus abbezahlt, jetzt verschulde ich mich schon wieder."

Wie sehr Marga Bach ihren Traum lebt, zeigt sich bereits bei der Innenausstattung des Theaters. An einer Wand sind liebevoll Berlin-Motive aufgemalt. Vom Brandenburger Tor bis zur Gedächtniskirche. Der Aufführungsort ist ebenerdig zu erreichen. 85 Besucher finden Platz.

Die Organisation obliegt der Gründerin. Unterstützt wird sie vom Ehemann und weiteren Verwandten. Dazu kommen ihre Auftritte auf der Bühne. In der ersten Woche nach der Eröffnung zusammen mit rund zehn weiteren Vertretern des Berliner Mundart-Genres, die damit auch eine Eigenwerbung ihrer künftigen Gastspiele betreiben. Etwa Sigrid Grajek alias Claire Waldoff. Oder Schauspieler Klaus-Peter Grap, der durch das Programm führt. Alles in Berliner Schnauze.

Die scheint unter den darstellenden Künstlern noch häufiger verbreitet zu sein, als gemeinhin angenommen, hat Marga Bach inzwischen festgestellt. Denn vor Auftrittsangeboten könne sie sich schon jetzt kaum retten. Was ihr wiederum beweist, dass sie mit ihrer Idee nicht ganz falsch liegt. "Ich hoffe, dass sich künftig noch mehr Schauspieler zu ihrem Dialekt bekennen." Sie könne sich vorstellen, auch "Kanacksprech"-Performer hier auftreten zu lassen. Zwei dialekt-korrekte Travestiekünstler hat sie bereits im Angebot. Ihr Publikum sieht Marga Bach natürlich bei den "Ickes" der eigenen Stadt. Aber auch unter den Berlin-Besuchern auf der Suche nach Lokalkolorit. Beides zusammen müsste eigentlich für ein gut gefülltes Haus sorgen. So ihre Rechnung und Hoffnung.

Sie selbst werde zumindest in der Anfangszeit keinen Gewinn aus dem Unternehmen ziehen. Schon deshalb gehe sie weiter auf Tournee. Das habe aber noch einen anderen Nebeneffekt. "Ich kann dort für mein Theater werben." Und die bisherige Resonanz auf diese Reklame stimme sie ebenfalls optimistisch.

Die Eröffnung am 1. September ist für geladene Gäste. Vorstellungen sind danach täglich außer Dienstag um 20 Uhr. Bis 7. September läuft das Premierenprogramm, am 8. September präsentieren Marga Bach und Norbert Schultz ihre Hahnemann-Hommage. Die Karten kosten 24 Euro. Tickets gibt es an den Theaterkassen, per E-Mail berliner-schnauze-theater@gmx.de oder unter ¿0179-534 66 96.

Weitere Infos sowie der Spielplan unter www.berliner-schnauze-theater.com.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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