BVV will im Bezirk mehr Plätze für Geflüchtete in Traglufthallen schaffen

Moabit. Ein Antrag der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), in Mitte mehr Traglufthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen aufzustellen, hat zunächst den Integrationsaussschuss und nun auch die BVV einstimmig passiert.

Die Unterbringung von Flüchtlingen im Bezirk bewerten die Grünen als eine immer größere logistische Herausforderung. Aus Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten sind auch Sporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert worden. „Die Belegung von Sporthallen durch Geflüchtete, die durchaus ein Dach über dem Kopf benötigen, hat die Sportangebote von Schulen und Vereinen eingeschränkt“, stellt Wolfgang Lehmann, sportpolitischer Sprecher der Grünen, fest.

„Sport ist der Integrationsmotor“

Sport aber sei ein wichtiger Bestandteil der Integration, so Lehmann weiter. Könne aber Vereinssport nicht stattfinden oder müsse Schulsport ausfallen, weil kein Platz dafür vorhanden sei, würden auf lange Sicht viel größere Probleme in der Integration entstehen und die bisher geleistete Flüchtlingsarbeit konterkarieren, befürchtet Wolfgang Lehmann. „Sport ist der Integrationsmotor.“ Der entsprechende Antrag „Mehr Traglufthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen“ wurde in der Januar-Sitzung der BVV an den zuständigen Integrationsausschuss überwiesen. Dessen 13 Mitglieder positionierten sich eindeutig mit einem einstimmigen Ja. Die Empfehlung des Ausschusses haben die Bezirksverordneten einstimmig angenommen. Der Antrag wurde nur in einem Punkt etwas abgeändert.

Nun ist das Bezirksamt beauftragt, gemeinsam mit der Senatsverwaltung zu prüfen, welche freien Flächen in Mitte für weitere Traglufthallen genutzt werden können. So würden belegte Sporthallen wieder frei und mehr Plätze für Flüchtlinge geschaffen. Womöglich haben sich die Grünen schon Gedanken über geeignete Standorte für die Traglufthallen gemacht. Öffentlich wollen sie darüber nicht reden. Der Vorsitzende des Integrationsausschusses in der BVV, Tilo Siewer sagt: „Es ist ein Prüfauftrag. Ich gehe deshalb davon aus, das potenzielle Standorte erst eruiert werden.“ Bislang steht eine Traglufthalle für die Unterbringung von Geflüchteten auf dem Gelände des Poststadions. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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