Neubau oder Sanierung?
Jugendfreizeiteinrichtung die „Nische“ vor ungewisser Zukunft

Der Zustand des Gebäudes und Diskussionen über einen Ersatzstandort lösten in der JFE Sorgen um die Zukunft der „Nische“ aus.
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  • Der Zustand des Gebäudes und Diskussionen über einen Ersatzstandort lösten in der JFE Sorgen um die Zukunft der „Nische“ aus.
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  • hochgeladen von Harald Ritter

Die Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) „Die Nische“ muss dringend erneuert werden. Eine Sanierung scheint nicht mehr möglich, ist aber noch nicht vom Tisch. Sicher ist jedoch, dass das Bezirksamt in jedem Fall einen zeitweiligen Ersatzstandort finden muss.

Im Aufsteller vor der Einrichtung drücken die Jugendlichen auf einem großen Plakat ihre Sorge um die Zukunft des Gebäudes aus. „Nische muss bleiben“ steht dort in großen Buchstaben. Tatsächlich ist das Gebäude, Louis-Lewin-Straße 40c, innen und außen marode. Es wurde in den 1980er-Jahren als Sportfunktionsgebäude für die anliegende Sporthalle gebaut und ab 1996 zunächst als kommunale Jugendfreizeiteinrichtung genutzt. 2013 übernahm der freie Träger AWO-Kreisverband Spree-Wuhle die JFE. Das unsanierte Gebäude blieb im Eigentum des Bezirksamtes.

Die „Nische“ zählt über 60 Stammbesucher. Zwischen 10 und 25 Kinder und Jugendliche besuchen die JFE täglich. Sie sind zwischen zehn  und 14 Jahren.Das AWO-Team macht zahlreiche Angebote: vom Musikhören und Chillen im Café und Chillraum, bis zu Tischtennis, Dart- und Brettspielen. In der Sporthalle wird meist Fußball gespielt und Schulklassen nutzen die Räume für Projekte. Es fänden auch Einschulungs- oder Jugendweihefeier statt, sagt Nische-Leiter Yilmaz Adlim.

Bereits 2017 stellten Sachverständige fest, dass das Haus sanierungsbedürftig sei, aber schwer zu sanieren sei.  Die gesetzlich vorgeschriebenen Wärmedämmmaßnahmen würden äußerst kosteninsiv werden.

Der Jugendhilfeausschuss beschloss im März vergangenen Jahres, die Nische entweder zu sanieren oder abzureißen und ein neues Gebäude errichten zu lassen. Ein Aus für die Einrichtung kam für den Ausschuss ohnehin nicht infrage. „Die Nische“ sei das einzige Angebot für Kinder und Jugendliche im Einzugsgebiet am östlichen Rand von Hellersdorf. Jedes zweite Kind sei von Armut betroffen. In dem Gebiet leben viele Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger. Und die Kinder, Jugendlichen und deren Eltern hängen an der JFE.

In dem Antrag empiehlt der Ausschuss zudem, dass während der Bauarbeiten ein Ersatzstandort im unmittelbaren Einzugsgebiet zu suchen sei. Im Bezirksamt gab es bereits Pläne, dafür eine Fläche an der Ludwigsluster Straße zu nutzen. Diese Idee wurde von den Jugendlichen und Mitarbeitern der JFE abgelehnt. Er wäre zu weit entfernt. „Die Kids verlassen ihren Kiez nur ungern“, erläutert Adlim. Viele würden einen solchen Ersatzstandort nicht besuchen.

Über den Antrag des Jugendhilfeausschuss muss noch die Bezirksverordnetenversammlung abstimmen. Er könnte frühestens im März auf der Tagesordnung stehen.

Mehr Informationen über die Jugendfreizeiteinrichtung "Die Nische" gibt es auf dienische.de.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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