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Denkmalpflegeplan für Siedlung Elsengrund wird erstellt

Eingang zur Siedlung Elsengrund am Stellingdamm.
Eingang zur Siedlung Elsengrund am Stellingdamm. (Foto: Ralf Drescher)

Die Siedlung Elsengrund ist eine besondere Wohnadresse, die zwischen 1918 und 1925 entstand. Jetzt soll ein Denkmalpflegeplan erstellt werden.

Der Architekt Otto Rudolf Salvisberg entwickelte in mehreren Bauphasen und mit mehreren Bautypen Wohnhäuser mit Vor- und Nutzgärten, die bis heute eine hohe Lebensqualität bieten. Angelehnt war das Projekt an die Gartenstadtidee.

Um diese Qualitäten zu schützen und sie auf einer verbindlichen Basis gemeinsam weiterentwickeln zu können, wird derzeit im Auftrag des Landesdenkmalamts Berlin ein Denkmalpflegeplan erarbeitet. Damit ist das Büro BEST – projekte für baukultur und stadt beauftragt worden. Der Denkmalpflegeplan soll eine Grundlage für die Beurteilung genehmigungspflichtiger Vorhaben in der Siedlung bilden, und Eigentümern, Nutzern und ihren Architekten eine Entscheidungshilfe liefern.

Dazu werden die historische Entwicklung der Siedlung und der heutige Zustand aufgenommen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, aktuelle und künftige Wohnbedürfnisse denkmalverträglich umzusetzen. Architekt Salvisberg hatte sechs Einfamilienhaustypen mit Wohnflächen zwischen 60 und 116 Quadratmetern entworfen und realisiert. Sie haben zwei Stockwerke und sind unterkellert. Selbst die Dachkammern waren von Anfang an beheizbar. Bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten lebten in vielen der Häuser Gewerkschafter und SPD-Funktionäre. Mehrere davon, darunter Johannes Stelling und Paul von Essen, wurden während der Köpenicker Blutwoche im Juni 1933 von SA-Banditen ermordet. Die Wohnsiedlung Elsengrund steht seit 1977 unter Denkmalschutz.

Die Bestandsaufnahme hat begonnen. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirksamts bittet um Unterstützung für die Fachfirma, die die Daten erhebt. Besonders Interesse besteht an historischen Unterlagen, vor allem an Fotos aus der Bauzeit, die möglichst auch Details wie Dacheindeckungen und Fenster zeigen.

Weitere Auskünfte bei Corinna Tell von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks unter 902 97 21 35 oder per E-Mail an corinna.tell@ba-tk.berlin.de.
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