Preisgekrönte Architektur: Berliner können einen Publikumspreis vergeben

Studentendorf Adlershof: Hinter den Erkern verbergen sich die Arbeitsplätze der Studis.
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Treptow-Köpenick. Der Architekturpreis Berlin, der sich an Architekten und ihre Bauherren richtet, wird alle drei Jahre für beispielhafte, moderne Architektur vergeben.

Ausgezeichnet werden baukünstlerische Gebäude, deren architektonische Qualität, kreative Kraft und technische Innovation der nachhaltigen Gestaltung des urbanen Lebensraumes Berlin verpflichtet ist, teilt der Auslober, der Verein Architekturpreis Berlin, mit. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, und wird Bauwerken zuerkannt, die seit 2013 in Berlin fertiggestellt wurden. Mit insgesamt 111 eingereichten Projekten bildet der Architekturpreis Berlin 2016 erneut die gesamte Bandbreite des architektonischen Schaffens in der Hauptstadt ab.

Von Spielplatz bis Messehalle

Nominiert sind unter anderem die neue Messehalle City Cube, das Wohnhaus Rosengärten in Wilmersdorf, der Umbau einer Remise in der Domäne Dahlem und der Dachgartenspielplatz auf den Spandau Arcaden. Aus dem Bezirk Treptow-Köpenick haben es gleich vier nennenswerte Projekte auf die Nominierungsliste geschafft. Herausragend und seit Fertigstellung bereits oft gelobt, ist der Umbau der alten Feuerwache Schöneweide aus dem Jahr 1908 zur Mittelpunktbibliothek Treptow. Hier haben die Architekten den historischen Backsteinbau durch einen Neubau ergänzt, der auf drei galerieartig geöffneten Ebenen die Bücherregale beherbergt. Bauherr war das Bezirksamt Treptow-Köpenick, also die öffentliche Hand. Nicht so präsent, aber ebenso erwähnenswert, ist das Magazingebäude der Staatsbibliothek zu Berlin am Fürstenwalder Damm in Friedrichshagen. Der Speicher für sechs Millionen Bücher wurde im März 2014 fertig gestellt. Hier war die Vorgabe, dass die Architektur das Tageslicht draußen lässt, um die wertvollen Bücher zu schützen. Geplant ist die Erweiterung auf doppelte Lagerkapazität, Fertigstellung in zwei Etappen bis 2035 und 2060.

Wohnen auf dem Planeten

Das Studentendorf an der Abram-Joffe-Straße hat etwas von einer menschlichen Ansiedlung auf einem fernen Planeten. Die Drei- und Viergeschosser bieten Platz für fast 400 Studenten, dazu kommen Gemeinschaftsküchen, Waschsalon und Fitnessbereich. Hinter den eigenwilligen Vorsprüngen verbergen sich die Arbeitsplätze der Studis, deshalb auch „Denkererker“ genannt. Nicht weit davon entfernt steht das Zentrum für Photovoltaik und erneuerbare Energien der Wista Management GmbH. Der Entwicklungsträger des Technologiestandorts Adlershof hat hier ein Gebäude geschaffen, welches Platz für Labore und Werkstätten bietet und dabei mit seinem lichtdurchfluteten Foyer und der offenen Wendeltreppe gut aussieht. Ebenfalls nominiert wurden aus Treptow-Köpenick die Angergestaltung für Wohnen am Campus in Adlershof, der Umbau eines Werkstattgebäudes zur Wodkabrennerei am Flutgraben in Alt-Treptow und ein Wohngruppenprojekt an der Kiefholzstraße.

Die Jury vergibt Preise im Gesamtwert von 18 000 Euro. Außerdem gibt es einen Publikumspreis von 5000 Euro, an dessen Vergabe sich jedermann online über die Internetseite beteiligen kann. Abgestimmt werden kann bis 19. Mai, jeder Teilnehmer hat nur eine Stimme. RD

Weitere Informationen unter: www.apb2016.de.
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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