Messe Berlin sieht für die Luftfahrtschau keine Zukunft

Hier bestaunen ILA-Besucher einen amerikanischen Bomber B-1.
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Treptow-Köpenick. Haben Sie Ende April 2018 schon was vor? Falls Sie ein Fan von Luftfahrtzeugen sind, sollten Sie dann unbedingt in Berlin sein. Vom 25. bis 29. April findet dann die – vermutlich – letzte Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) statt.

Das hat zumindest der neue Aufsichtsratschef der Messe Berlin, Wolf-Dieter Wolf, vor Kurzem in einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost durchblicken lassen. „Ich rechne aber damit, dass die ILA nach 2018 kein Thema mehr ist“, wird er in dem Blatt zitiert. Der Chef der Messegesellschaft gibt als Grund die fehlende Wirtschaftlichkeit der Luftfahrtschau sowie Sicherheitsfragen an. Außerdem weist er auf die Konkurrenzsituation hin: „Es gibt die großen Luftfahrtmessen in Frankreich und Großbritannien, niemand braucht diese Schauen mehr in Deutschland“, sagte er der Berliner Morgenpost.

Dass die nächste ILA so früh im Jahr statt findet, ist den Wünschen vieler Aussteller geschuldet. Damit soll die Messe besser zwischen den Terminen ähnlicher Messen in Europa eingetaktet werden. Außerdem gibt es vor allem auf Wunsch von Fachbesuchern wieder fünf Messetage, sie war 2016 von einst sechs auf vier Tage verkürzt worden. Das Resultat waren weniger Besucher, statt 227 000 Besucher im Jahr 2014 kamen 2016 nur noch rund 150 000 Besucher.

Extra für die Internationale Luftfahrtausstellung war von 2010 bis 2012 am Rand des künftigen Flughafens BER das Berlin Expo Center Airport errichtet worden. Eigentümer sind je zur Hälfte die Länder Berlin und Brandenburg, die Errichtung des Messegeländes mit Freiflächen und drei Messehallen hat rund 43 Millionen Euro gekostet. Allein für die Aufstellung von Luftfahrtzeugen im Freien – selbst der riesige Airbus A 380 passt da hin – stehen 100 000 Quadratmeter zur Verfügung.

Was aus dem Areal bei einer „Beerdigung“ der Luftfahrtschau wird, ist noch Unklar. Nach Aussage des Aufsichtsratschef der Messe Berlin würde die Flughafengesellschaft das Gelände gern für den BER übernehmen.

Die ILA hat eine über 100-jährige Geschichte. Bereits 1909 gab es in Frankfurt am Main eine erste Internationale Luftschifffahrt-Ausstellung. Im April 1912 folgte dann die Allgemeine Luftfahrzeug-Ausstellung in den Ausstellungshallen am Berliner Zoo. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Deutsche Luftfahrtschau in Hannover etabliert. Nicht einmal zwei Jahre nach der Wiedervereinigung, im Juni 1992 fand die ILA erstmals am Rand des Flughafens Schönefeld statt. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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