Die erste MUF kommt nach Lichtenberg

Die für die Unterkunft herangezogene modulare Bauweise  nutzt die Howoge auch andernorts.
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Neu-Hohenschönhausen. Erstmals soll im Bezirk eine Modulare Unterkunft für geflüchtete Menschen (MUF) entstehen. Das von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge gebaute Haus soll nach drei Jahren dem freien Mietwohnungsmarkt offen stehen.

"Es wird ein ganz normales Wohnhaus", hob Stefanie Frensch hervor. "Auch an anderer Stelle bauen wir genau nach dieser Methode – mit Fertigbauteilen", ergänzte die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Auf der Freifläche am Hagenower Ring 16 bis 22 soll ab September diesen Jahres der Bau eines solchen Hauses in modularer Bauweise beginnen. Hier entstehen bis Anfang 2017 insgesamt 65 Wohnungen auf fünf Geschossen. "Wir planen darin einen Wohnungsmix, der aus zwei Dritteln 1- bis 2-Raum-Wohnungen und einem Drittel 3- bis 4-Raum-Wohnungen besteht", informierte sie.

Der Neubau löste bei vielen Anwohnern Fragen aus. Sie fürchten mit der baulichen Veränderung vor ihrer Haustür auf Gewohntes verzichten zu müssen. Darunter fällt die Aussicht auf die Wartenberger Feldmark, ein Bolzplatz und der Kirschgarten am Eingang des Landschaftsparks. Tatsächlich bestätigte Frensch, dass der Bolzplatz auf dem Baugrundstück weichen wird. Die benachbarte Stellplatzanlage bleibe jedoch unverändert, ebenso der Kirschgarten.

Am 10. Mai stellte Stefanie Frensch zusammen mit der Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD), ihrem Stellvertreter Andreas Prüfer (Die Linke) und dem Leiter der Unterbringungsleitstelle des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso), Michael Hilbold, die Pläne für das Projekt vor. Eingeladen waren Anwohner des Hagenower und des Ückeritzer Rings sowie einzelne Gäste des Bezirksamtes.

300 Menschen

Der Baustart für die "Modulare Unterkunft für geflüchtete Menschen" soll Ende September diesen Jahres erfolgen. Das Lageso bleibt für drei Jahre Mieter des Hauses, in dem bis zu 300 Menschen wohnen werden. "Das werden vorrangig Familien sein, die bereits einen Aufenthaltsstatus haben", versicherte Michael Hilbold. So sei kein reger Wechsel der Bewohner zu erwarten.

Bislang gibt es im Bezirk 13 Unterkünfte, zwei davon bewohnen mehr als 1000 Menschen. "Es sind Großunterkünfte, in denen Menschen zu viert in einem Zimmer wohnen. Dazu werden drei Lichtenberger Sporthallen zur Unterbringung genutzt. Sie bieten den Menschen kaum Privatsphäre, das ist menschenunwürdig", machte die Bürgermeisterin die Notwendigkeit des Neubaus am Hagenower Ring deutlich. Eine dezentrale Unterbringung in normalen Wohngebieten würde zudem bessere Bedingungen für Integration bieten. Nach drei Jahren steht das Haus auch Mietern offen: "Die Unterkunft kann dann flexibel genutzt werden, etwa von Studenten", so Monteiro.

Trotzdem stand das Bauvorhaben bei den Anwohnern in Diskussion: Denn mit dem Zuzug von neuen Anwohnern befürchten sie, dass sich bestehende Problemlagen in der Nachbarschaft verschärfen könnten. Ohnehin gibt es gerade im Norden von Hohenschönhausen einen Ärztemangel, die fußläufige Nahversorgung ist verbesserungswürdig. Auch der regelmäßig vermüllte Landschaftspark ist ein Sorgenkind der Anwohner, ebenso zugeparkte Rettungswege im Wohngebiet. Einige Anwohner äußerten ihr Unverständnis, dass Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung gestellt würde und andere Menschen auf der Strecke blieben – etwa Obdachlose.

Auch für die werde im Bezirk gesorgt, erläuterte die Bürgermeisterin. Im Bezirk gibt es acht Obdachlosenunterkünfte. Der für das Ordnungsamt zuständige Stadtrat Andreas Prüfer versicherte wiederum, den Hinweisen zum Müll im Park und den Parksündern nachzugehen. Doch für einige Problemlagen wird es auch in Zukunft schwerlich eine Lösung geben: Der Ärztemangel sei ein bekanntes Problem, gegen den der Bezirk kaum Handhabe besitze, erklärte die Gesundheitsstadträtin Sandra Obermeyer (parteilos für Die Linke). KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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