Ohne Scheu, Hilfe annehmen
Beim Alpha-Café ist jeder mit Schreibschwierigkeiten willkommen

Ena Huremovic von der ABU gGmbH hilft im Alpha-Café beim Verstehen und Schreiben von Texten.
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Menschen mit Schwierigkeiten, richtig zu lesen und zu schreiben, haben mit dem Alpha-Café im Café-Grips einen neuen Anlaufpunkt.

Ena Huremovic von der ABU gGmbH ist Ansprechpartner im Alpha-Café. „Jeder, der Schwierigkeiten mit dem Lesen oder Schreiben hat, ist bei uns willkommen“, sagt die studierte Germanistin. Diese Schwierigkeiten können größer oder geringer sein. Entscheidend sei das Gefühl, Hilfe zu brauchen.

Huremovic arbeitet seit Frühjahr dieses Jahres bei der ABU gGmbH und hat in ihre Arbeit die Ergebnisse der 2018 veröffentlichten sogenannten LEO-Studie der Universität Hamburg eingebracht. Die Studie „Leben mit geringer Literalität“ nimmt einen Perspektivenwechsel vor. Sie schärft den Blick dafür, dass in Ländern wie Deutschland nicht der vollständige Analphabetismus das Hauptproblem ist, sondern die unvollständige Beherrschung des Lesens und Schreibens. „Das ist das, was bisher als funktionaler Analphabetismus bezeichnet wurde“, erläutert Huremovic.

Die Betroffenen können vielleicht einzelne Wörter lesen oder schreiben. Beim Verstehen vollständiger Sätze oder gar Texte, wenn diese auch nur kurz sind, haben sie aber schon Schwierigkeiten. Gerade solche funktionalen Analphabeten haben es im Verlaufe ihres Lebens gelernt, ob in der Schule oder im Berufsleben, in der Familie oder bei Behörden, ihre Probleme zu verbergen. Oft gestehen sie sich nicht einmal offen ein, wie gravierend ihre Schwierigkeiten sind.

Laut der vom Bundesbildungsministerium geförderten  LEO-Studie aus 2018 sind rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland im Alter zwischen 18 und 64 Jahren von diesem funktionalen Analphabetismus betroffen. Nur 0,07 Prozent von ihnen haben an Weiterbildungsangeboten aus dem Bereich Grundbildung und Alphabetisierung teilgenommen. Das wären auf den Bezirk heruntergerechnet rund 18 000 Menschen. Im Vergleich hierzu nehmen nur sehr wenige an Alphabetisierungskursen teil. Davon gibt es im Bezirk regelmäßig zwei, einen in der Volkshochschule und einen bei der Förderung Soziales und Bildung (FSB) gGmbH mit jeweils etwa zehn Teilnehmern.

„Wir müssen näher an die Betroffenen herankommen“, ist die Schlussfolgerung von Huremovic. Dem diene das Alpha-Café. Hier könne sich jeder beim Schreiben oder Verstehen eines Textes, mit dem er nicht zurechtkommt, helfen lassen. Bei einem Kaffee ließe sich auch leichter über die Probleme reden. Bei der Gelegenheit ließen sich auch die Angebote zur Fortbildung besser unterbreiten. „Wir nehmen auch Anregungen, auch von Verwandten von Betroffenen, entgegen“, ergänzt Huremovic.

Das Alpha-Café, Alt-Marzahn 69 A, ist jeden zweiten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Kontakt unter Telefon 549 96 01 75 und per E-Mail an alpha@abu-ggmbh.de. Mehr Informationen gibt es auch auf alphabuendnis-marzahn-hellersdorf.de.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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