Die willigen Erfüllungsgehilfen
Neue Erkenntnisse zur Verfolung der Sinti und Roma

Eine Ausstellung über die Verfolgung der Sinti und Roma während der Nazizeit wird im Bezirksmuseum eröffnet. Sie vermittelt neue Informationen über das Zwangslager in Marzahn.

Unter dem Titel „ausgegrenzt-verfolgt-ermordet“ präsentiert die Schau Ergebnisse einer mehrjährigen Recherche. Sie wurde im Auftrag des Bezirksamts Lichtenberg erstellt. Untersucht wurde, wie Menschen im Bezirk Lichtenberg, zu dem damals Marzahn gehörte, mit der Minderheit der Sinti und Roma umgegangen sind.

Während im Stadtteil Rummelsburg ein Arbeitshaus für die sogenannten Zigeuner existierte, gab es in Marzahn seit 1936 ein Internierungslager. Hier mussten am heutigen S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße Sinti und Roma zusammengepfercht unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Sie hatten schwere Arbeiten zu verrichten und wurden rassebiologischen Untersuchungen unterzogen und waren Sterilisationen ausgesetzt. Ab März 1943 wurden sie in Vernichtungslager deportiert, wo die meisten von ihnen starben.

In neu erschlossenen Dokumenten finden sich auch Hinweise auf das aktive Handeln von Verantwortlichen der Lichtenberger Verwaltung. Sie waren Erfüllungsgehilfen von Institutionen wie der Berliner Polizei und der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“. In der Ausstellung werden auch einige Sinti und Roma vorgestellt, die den an ihrem Volk verübten Genozid überlebten.

Die Präsentation der Ausstellung „ausgegrenzt-verfolgt-ermordet“ geht auf eine Anregung der BVV Marzahn-Hellersdorf zurück. Sie wird am Freitag, 14. Juni, um 18 Uhr m Bezirksmuseum, Haus 1, Alt-Marzahn 51, eröffnet und läuft bis 23. August. Die Öffnungszeiten sind Mo-Fr von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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