Mahnmal der Pandemie
Bunte Steine am Ahrensfelder Berg erinnern an den Shutdown im Frühjahr 2020

Revierleiterin Madeleine Groth vom Straßen- und Grünflächenamt und ihre Kollegen bauen die schönsten Steine in die Sitzecken am Ahrensfelder Berg ein.
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  • Revierleiterin Madeleine Groth vom Straßen- und Grünflächenamt und ihre Kollegen bauen die schönsten Steine in die Sitzecken am Ahrensfelder Berg ein.
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Sie sind bunt bemalt, enthalten Wünsche und Hoffnungen. Ende März wurde am Ahrensfelder Berg damit begonnen, eine Schlange aus Steinen zu legen. Als Zeichen des Zusammenhaltes und der Überwindung der Auswirkungen durch die Corona–Pandemie sollte sie den Menschen Freude bereiten und Kraft geben. Inzwischen sind die Steine entfernt worden, doch sie kommen zurück.

Im Oktober hatten Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamts die auf mittlerweile rund zwei Kilometer angewachsene Steinschlange abtransportiert. Viele der Tausenden Steine befanden sich da bereits nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz. Durch die Witterungsbedingungen und mechanische Einflüsse lagen sie teilweise kreuz und quer auf dem Wanderweg an der Neuen Wuhle. Das Amt benötigte wieder ungehinderten Zugang zu den Rasenflächen. Die lose herumliegenden Steine hätten eine Gefahr dargestellt. „Die Bewirtschaftung der Flächen kann wieder gefahrenarm stattfinden, denn durch Rasenmäher erfasste Steine können sich zu gefährlichen Geschossen entwickeln“, erklärt Madeleine Groth. Seit 27 Jahren arbeitet sie im Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf. Als Revierleiterin ist sie unter anderem zuständig für das Gebiet um den Ahrensfelder Berg.

An der Schlange hat auch sie selbst sich beteiligt. „Ich habe einen Stein mit einer aufgehenden Sonne bemalt und abgelegt.“ Dass so viele Steine, etwa zwei Kubikmeter, zusammengekommen sind, hat ihr gefallen. Auch, dass so viele Kitas und Familien aus der Umgebung mitgemacht haben, findet sie schön. Beim Einsammeln hat sie noch einmal viele der kleinen persönlichen Geschichten, die Anwohner, aber auch Touristen auf die Steine geschrieben haben, zu Gesicht bekommen. Dabei entdeckte sie unter anderem auch in Japanisch oder Italienisch verfasste Botschaften. Ihr persönliches Lieblingsmotiv war eine Familie, die mit ihrem Hund unter einem Regenbogen entlangläuft.

Für die Revierleiterin und ihre Kollegen war klar, dass die Steine nicht endgültig verschwinden dürften. Sie sollten stattdessen einen neuen Platz bekommen. Im Herbst begannen sie deshalb damit, die schönsten Exemplare in den Sandsteinmauern hinter den fußläufig am Ahrensfelder Berg gelegenen Sitzecken einzubauen. Dort finden Spaziergänger nun die farblich am besten erhaltenen Steine, die von den Mitarbeitern des Grünflächenamts mit Fugenmörtel verputzt wurden. Sobald im Frühjahr die Frosttage vorbei sind, sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. „Der eine oder andere Stein wird von seinem Spender ganz sicher wiedergefunden werden“, sagt Madeleine Groth.

Weniger gut erhaltene Steine, deren Farbe der Regen weitgehend weggespült hat, sind derzeit trocken eingelagert. Sie sollen bald in Gabionen (Steinkörbe) gefüllt und an verschiedenen Standorten im Eichepark aufgestellt werden.

Das Straßen- und Grünflächenamt sei darum bemüht, all die liebevoll gestalteten Steine zu erhalten. Die ersten hatten im März Franziska Blackstein und Kathi Rothe abgelegt. Über Facebook hatte sich dies anschließend wie ein Lauffeuer verbreitet und zahlreiche Nachahmer gefunden. Vielleicht werden die bunten Steine irgendwann als Mahnmal der Corona-Pandemie angesehen.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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