Macht der Klimawandel krank?
Charité richtet erste Professur für Klimawandel und Gesundheit in Deutschland ein

Professorin Sabine Gabrysch bei der Urkundenübergabe mit dem Dekan der Charité, Professor Axel Radlach Pries.
  • Professorin Sabine Gabrysch bei der Urkundenübergabe mit dem Dekan der Charité, Professor Axel Radlach Pries.
  • Foto: Peitz/Charité
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Um die Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und Gesundheit zu erforschen, hat die Charité gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die bundesweit erste Professur für Klimawandel und Gesundheit eingerichtet.

Die Medizinerin und Epidemiologin Professor Dr. Dr. Sabine Gabrysch will die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit untersuchen und Lösungsansätze entwickeln. „Bisher standen vor allem die Folgen von Hitzewellen und die Ausbreitung tropischer Infektionskrankheiten im Fokus der Forschung“, sagt die Wissenschaftlerin. „Aber auch die Ernährungssicherheit ist bedroht, wenn der Regen ausbleibt, zu stark, zu spät oder zu früh einsetzt.“ Dabei sind ärmere Menschen besonders stark betroffen. „Wenn etwa häufigere Dürren zu Mangelernährung von Schwangeren führen, können die ungeborenen Kinder bleibende Schäden davontragen“, erklärt Gabrysch. Sie möchte sich deshalb dem Thema Ernährung als wichtigem Bindeglied zwischen Umwelt und Gesundheit besonders widmen.

Am PIK arbeitet Gabrysch eng zusammenarbeiten mit Agrarökonomen. Die Medizinerin möchte beispielsweise erforschen, welchen Einfluss die Veränderung der Landwirtschaft auf die Ernährungsgewohnheiten und die Gesundheit verschiedener Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern hat. Sie sucht nach sogenannten Win-win-Lösungen, „also Lösungen, die sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt gut sind“, sagt die Professorin. „Beispiele reichen von agrarökologischen Anbaumethoden bis zu fußgänger- und fahrradfreundlichen Städten.“

Die Wissenschaftlerin plant, ihre Forschung nicht ausschließlich auf den Klimawandel zu begrenzen, sondern in das größere Konzept der „Planetary Health“ einzubetten und damit auch andere Aspekte menschenbedingter Umweltveränderungen, wie den Verlust an Biodiversität und Bodenverschlechterung, zu berücksichtigen. „Das große Ziel ist: gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten“, betont Gabrysch. Verbunden mit der Professur übernimmt sie am PIK die Ko-Leitung der Forschungsabteilung Klimaresilienz. Die neu eingerichtete Professur wird zusätzlich durch die Stiftung Charité unterstützt und ist am Institut für Public Health der Charité angebunden. So wird die Wissenschaftlerin auch Charité Global Health, das Zentrum für globale Gesundheit, mit ihrer Expertise unterstützen.

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