Sirenen bleiben stumm
Erster bundesweiter Warntag am 10. September

So sah der Live-Test des Warnsystems Ende August auf einer Werbefläche der Firma Wall an der Straße Unter den Linden aus.
  • So sah der Live-Test des Warnsystems Ende August auf einer Werbefläche der Firma Wall an der Straße Unter den Linden aus.
  • Foto: Wall GmbH
  • hochgeladen von Hendrik Stein

Am 10. September gibt es in allen Städten und Gemeinden um 11 Uhr erstmals seit der Wiedervereinigung bundesweit einen Probealarm für alle Warnmittel wie Sirenen, Lautsprecherwagen oder Warn-Apps.

Zukünftig heulen in ganz Deutschland jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September die Sirenen. Die Behörden wollen damit „die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen erhöhen und damit deren Selbstschutzfertigkeiten stärken“, heißt es in der Erklärung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). In Berlin bleibt es aber ruhig; statt Sirenen verbreiten in der Hauptstadt die Warnungen ausschließlich Apps und Medien. Der einminütige auf- und abschwellende Heulton der Warnsirenen wird in der Hauptstadt nicht zu hören sein. Auch die Entwarnung um 11.20 Uhr wird hier nicht wie in anderen Gemeinden mit einem durchgehenden einminütigen Ton mitgeteilt.

Informationen der Bundes- und Landesbehörden

Der bundesweite Probealarm wird mit allen Warnmöglichkeiten wie Radio, Fernsehen, sozialen Medien, Warn-App Nina, Sirenen, Lautsprecherwagen und digitalen Werbetafeln durchgeführt. Über das vom BBK betriebene Modulare Warnsystem MoWaS und die Warn-App Nina werden Warnungen und Informationen der zuständigen Behörden wie der Gesundheitsministerien des Bundes und der Länder bereitgestellt. Mit dem Warntag wollen die Behörden vor allem auch für die vorhandenen Warn-Apps werben, die man kostenlos auf sein Smartphone laden sollte.

In Berlin werden Sirenen als Warnmöglichkeit nicht mehr genutzt. In dringenden Fällen und für größere Ereignisse werden die Warn-Apps mit Informationen gespeist. In Berlin gibt es zusätzlich zur bundesweiten Nina-App das Warnsystem Katwarn der Feuerwehr. Bei Sturm oder starken Unwettern werden über diese App seit ein paar Jahren Warnungen verschickt. Es gibt auch eine WarnWetter-App vom Deutschen Wetterdienst (DWD), die man sich ebenfalls herunterladen kann.

Am Donnerstag, 10. September, läuft der Probealarm um 11 Uhr unter anderem auf Hörfunk- und Fernsehsendern sowie auf den digitalen Werbetafeln an Bushaltestellen und in den Bahnhöfen. Die Plakatfirma Wall wird auf 540 digitalen Werbeflächen an Wartehallen und auf den riesigen City-Light-Boards die Probewarnung anzeigen. Die Informationen werden automatisch vom Warnsystem MoWaS auf die Werbewände gespielt. Die Firma Wall hat darauf keinen weiteren Einfluss.

Die Integration von Warnsystemen in digitalen Werbeträgern war bei der Neuvergabe der Stadtmöblierung Bedingung für den Werbevertrag mit der Senatsverkehrsverwaltung. Auch in Hamburg und Wiesbaden zeigen die Wall-Werbewände Warninfos an. Insgesamt sind es 790 Flächen. „Digitale Werbeträger sind geradezu prädestiniert, Aufmerksamkeit für Katastrophenwarnungen zu erzeugen, da sie viele Menschen erreichen. Wir möchten mit unserer Beteiligung einen weiteren Baustein zu einer digitalen Kommunikationsinfrastruktur in Berlin beitragen, der die Sicherheit aller Einwohner erhöht“, sagte Wall-Geschäftsführer Patrick Möller bei einem Probelauf Ende August.

Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag gibt es auf warnung-der-bevoelkerung.de.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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