Löschübung ohne Wasser
Großeinsatz am Berliner Dom, doch die Hydranten waren abgestellt

Feuerwehr ohne Wasser. Weil die Hydranten abgestellt waren, nutzten die Kollegen die Pressevorführung für private Handyshots.
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Die Feuerwehr hat für den Ernstfall eines Großbrandes am Berliner Dom verschiedene Drehleitern getestet. Bei der Probe mit dem Teleskopmasten kam allerdings kein Wasser aus dem Hydranten.

Zum Glück mussten die Journalisten bei der Affenhitze nur die letzten Treppen steigen bis zum Kuppelrundgang. Den Großteil der Strecke konnten sie mit dem Bauaufzug der Steinmetze fahren, die derzeit die Fassaden sanieren. Nur beim letzten Test der Feuerwehr mit dem 50 Meter hohen Teleskopturm gab es nicht die erwarteten schönen Fotos von Feuerwehrmännern, die mit dem Strahlrohr auf das Kuppeldach spritzen – im Hintergrund der Lustgarten. Der Hydrant vor dem Hauptportal war trocken, und auch der 160 Meter entfernte. Nach einigen Telefonaten konnte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein die Panne erklären: Wegen der U-Bahnbaustelle war das Wasser für 24 Stunden abgestellt. Die Feuerwehr wusste davon nichts. „Im Ernstfall würden wir dann das Wasser aus der Spree pumpen“, so Kirstein. Den Aufwand wollte dann für die Übung niemand betreiben. Bei den sogenannten Anleiterübungen davor gab es wenigstens Wasser für eine Minute Spritzen für jeden der drei Drehleiterwagen.

Die Feuerwehr hat noch nie am Dom mit Drehleitern geübt. Sie will damit rauskriegen, welche Drehleiter sie sich anschaffen soll. Für den Dom wäre wohl die 42 Meter lange Drehleiter die beste, die die Flughafenfeuerwehr von Tegel hat. Maschinist Ralf C. hatte damit bei der Übung die längste. Nur die Tegel-Feuerwehr besitzt eine einzige 42 Meter lange Drehleiter. Sie ist vor allem zur Höhenrettung aus dem Flughafentower gedacht. Die Berliner Feuerwehr wird nach der Auswertung entscheiden, ob sie sich auch ein L42-Fahrzeug für eine Million Euro anschafft. Sie besitzt insgesamt 43 Drehleitern mit maximal 32 Metern Länge.

Übung schon vor Brand in Notre Dame geplant

Die Übung an den drei Türmen der 98 Meter hohen Kathedrale war vom Dom gewünscht und hat nichts mit dem gravierenden Großbrand der Kathedrale Notre-Dame de Paris vom 15. April zu tun. Dabei war der hölzerne Dachstuhl abgebrannt. Wie Dom-Sprecherin Svenja Pelzel sagt, hat der Dom die Feuerwehrübung bereits lange vor der Notre-Dame-Katastrophe bestellt. Das gehöre zum Brandschutzkonzept, das ständig überprüft wird.

Die Dachkonstruktion des 1905 gebauten, im Krieg zerstörten und nach Rekonstruktion 1993 wiedereröffneten Domes besteht hauptsächlich aus Stahl und Beton. Ein massiges Holzgebälk wie in Paris gibt es nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass es im Dom nicht brennen kann. 2015 gab es einen Kabelbrand in einem Fahrstuhl bei einem Konzert der Sängerin Jocelyn B. Smith. „Wir hatten innerhalb von drei Minuten den Dom leer“, sagt Svenja Pelzel. Alle Mitarbeiter seien darauf trainiert, mit Feuerlöschern sofort einen Brand zu löschen. „Die hängen bei uns an jeder Ecke“, so die Domsprecherin.

Sollte am Berliner Dom ein Großfeuer ausbrechen, würde die Feuerwehr von innen und außen löschen. Stünde die 98 Meter hohe Kuppel in Flammen, würde man sie wohl aufgeben. Mit Drehleitern ist sie unerreichbar, und für Hubschrauberpiloten wäre es viel zu gefährlich. Die Feuerwehr war bei der Übung mit 20 Leuten vor Ort. Die Auswertung wird noch eine Weile dauern.

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