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Wärmedaten aus dem Roten Rathaus: Vattenfall installiert smarten Fernwärmezähler

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Vattenfall Wärme-Vorstand Gunther Müller (links) erklärt Senatskanzlei-Chef Björn Böhning die Wärmezähler.
Vattenfall Wärme-Vorstand Gunther Müller (links) erklärt Senatskanzlei-Chef Björn Böhning die Wärmezähler. (Foto: Dirk Jericho)

In der Heizzentrale im Keller des Roten Rathauses haben Senatskanzlei-Chef Björn Böhning und Vattenfall-Wärme-Vorstand Gunther Müller den ersten Smart Meter Berlins in Betrieb genommen. Bis Ende 2018 sollen diese schlauen Kisten Daten aus 20 000 Objekten von Vattenfall-Fernwärme-Kunden funken.

Björn Böhning und Gunther Müller stecken ein kleines Modul in einen Kasten zwischen den Rohren im Heizungskeller des Roten Rathauses, und schon beginnen die LEDs zu blinken. Ab sofort funkt die Kiste alle Daten zu Vattenfall, die etwas mit der Fernwärme-Hausstation zu tun haben: Verbrauch, Temperaturen, Druck oder Störungsmeldungen. „Man kann die Daten sogar sekündlich abrufen“, erklärt Alf Geßmer, Chef vom Vattenfall-Fernwärmenetz.

Die Firma will als erstes Fernwärme-Unternehmen in Deutschland flächendeckend die sogenannten Smart Meter einsetzen, die das Berliner Unternehmen Samson entwickelt hat. Neun Millionen Euro investiert Vattenfall in die Umrüstung der Fernwärmezähler, die problemlos bei laufendem Betrieb erfolgt. Nach der Premiere beim prominenten Rathaus-Kunden sollen bis Ende des Jahres schlaue Wärmezähler aus 20 000 Objekten funken.

Mit den permanenten Daten ist es möglich, Energieverbräuche zu optimieren oder schneller bei Störungen zu reagieren. „Smart Meter sind der Schlüssel zur intelligenten Netzsteuerung für eine klimafreundliche Fernwärme. Durch das Wissen, wie viel Wärme zu welchem Zeitpunkt benötigt wird, kann unsere Erzeugung passgenau erfolgen. Das spart Brennstoffe und damit CO2“, so Gunther Müller. Die Fernwärmekunden können mit den intelligenten Zählern Kosten senken. Beispiel: Vattenfall stellt für das Rathaus 1,5 Megawatt bereit, dafür zahlt der Kunde einen Grundpreis. Zukünftig können die Verbräuche exakt nach tatsächlichem Bedarf gesteuert werden. Möglich ist mit den vorhandenen Daten auch, dass sich Fernwärme-Kunden eine eigene kleine Leitwarte bauen und direkt in das System eingreifen.

Die Ausrüstung mit Smart Meter ist für die Kunden – zum Beispiel Rathäuser, Schulen, Kitas, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsgenossenschaften und Privathäuser – kostenlos. Alf Geßmer sagt, dass Vattenfall dadurch spart, dass nicht benötigte Energie zukünftig gar nicht erst in den Heizkraftwerken produziert werden muss. Aber das System, das zukünftig 20 000 Fernwärmestationen in den fast 2000 Kilometer langen Wärmenetzen vernetzt, kann noch mehr. Die Kunden können Zusatzfeatures buchen, die dann Geld kosten. Das sind zum Beispiel die Möglichkeiten, Daten in Echtzeit über das Heizsystem anzufordern oder steuernd einzugreifen.

Der einzelne Mieter hat von den schlauen Wärmezählern insofern etwas, dass seine Heizkostenumlage sinkt, wenn sein Vermieter durch optimierte Prozesse weniger Fernwärme verbracht. Ein Mehrwert wäre auch – Stichwort smart home – eine App, mit der man per Handy seine Heizkörper in der Wohnung steuern kann. Diese Option könnten zukünftig Vermieter per Gebühr anbieten, wenn sie von Vattenfall die Portallösung kaufen.

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