WBM-Chef geht: Lars Ernst verlässt kommunales Wohnungsunternehmen

Lars Ernst.

Mitte. Mitten in der Neubauoffensive der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM)verlässt der langjährige Geschäftsführer Lars Ernst das Unternehmen. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern.

Christina Geib steht erst seit sieben Monaten im Führerstand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft WBM. Sie war im April dem bisherigen zweiten WBM-Geschäftsführer Uwe Schmack gefolgt, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. In den kommenden Wochen wird sie einen neuen Co-Partner bekommen, mit dem sie das Unternehmen gemeinsam leiten wird.

Denn der langjährige Geschäftsführer der WBM, Lars Ernst, verlässt nach zehn Jahren zum Jahresende „auf eigenen Wunsch das Unternehmen“, wie WBM-Sprecherin Steffi Pianka lediglich mitteilt. Zu den Motiven seines Rückzugs wollte sich Ernst nicht äußern. Der Aufsichtsrat hatte erst im Januar den Bestellungsvertrag von Lars Ernst um weitere fünf Jahre verlängert. Wie es heißt, soll der WBM-Chef (Jahresverdienst etwa 260 000 Euro) schon kurz danach entschieden haben, das Unternehmen zu verlassen. Im September hat der Senat die Stelle neu ausgeschrieben.

Es soll bereits mehrere Bewerber geben. Auch Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof, stellvertretende Vorsitzende des WBM-Aufsichtsrates, wollte sich nicht weiter zum Rückzug von Lars Ernst äußern. Die Sprecherin der Senatsfinanzverwaltung, Eva Henkel, betonte lediglich seine „erfolgreiche Tätigkeit in den letzten zehn Jahren“.

Die WBM will in den kommenden Jahren große Neubauprojekte realisieren und bis 2018 etwa 1000 neue Wohnungen bauen. Zu den größeren Projekten gehören Bauvorhaben auf der Fischerinsel, in der Köpenicker Straße und in der Schmidstraße. Derzeit wird die frühere Markthalle in der Karl-Liebknecht-Straße komplett umgebaut. Im kommenden Jahr zieht Kaufland in das frühere Shopping-Center Berlin-Carré.

Die WBM ist in den zentralen Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg der größte städtische Immobilienverwalter und bewirtschaftet rund 28.000 Wohnungen. 70 Prozent der Objekte sind Plattenbauten. Zu ihnen gehören unter Denkmal gestellte Ensembles der DDR-Nachkriegsmoderne wie der Platz der Vereinten Nationen und das Haus des Lehrers, die Rathauspassagen und das Nikolaiviertel. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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