Dem Meister über die Schulter schauen
Schüler lernten viel beim Tag des Handwerks

Der T-Shirt-Druck braucht gute Zeichner und Fingenspitzengefühl. Der Meister zeigt, wie es geht.
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  • Foto: Katja Gartz
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Was Handwerkerinnen und Handwerker täglich leisten, erfuhren Oberschüler wieder beim Tag des Handwerks in Moabit. Von der Autowerkstatt bis zur Tischlerei stellten sich zahlreiche Ausbildungsbetriebe vor.

Bremsbacken montieren, Brillen zusammenschrauben, T-Shirts bedrucken oder den Schlagbohrer bedienen: Beim Moabiter Handwerkstag hatten die Oberschüler wieder alle Hände voll zu tun. Das war auch so gewollt, denn die jungen Leute sollten nicht nur erleben, was Handwerker in ihrer Nachbarschaft täglich so alles leisten, sondern auch selbst aktiv werden. Damit das auch gut klappt, hatten sich die Handwerkskammer Berlin, das Quartiersmanagement Moabit-West und der Bildungsverein Miomaxito zum bundesweiten Tag des Handwerks am 18. September wieder jede Menge für die Schüler einfallen lassen.

Wie bei einer Schnitzeljagd folgten die Schüler jeweils einer von sechs Routen, die sie zu den Betrieben im Kiez führte. Für jede Route wurde extra ein Programm entwickelt und vorher ein Flyer für die Jugendlichen gedruckt. Der leitete sie an, informierte über den Ablauf, die Betriebe und die praktischen Aufgaben, die die Handwerker vorbereitet hatten. So konnten die Jugendlichen in einer Fahrradwerkstatt Bremsbacken montieren, bei einem Optiker Brillen zusammenschrauben und Gläser schleifen, in einer Druckerei T-Shirts bedrucken und in einem Autohaus den Schlagbohrer einsetzen. Alles unter fachmännischer Anleitung versteht sich. Dazu stellten die Schüler konkrete Fragen an den Betriebschef und die Mitarbeiter und erfuhren so mehr über den Betrieb, den Arbeitsalltag und die Ausbildung.

Den Meistern über die Schulter schauten unter anderem Schüler aus der Willy-Brandt-Oberschule in Wedding, der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule und der Hedwig-Dohm-Oberschule in Moabit. Sie knüpften erste Kontakte für ihre Zeit nach der Schule und das kam bei allen gut an. „Der Aktionstag hat den Schülern gezeigt, welche Perspektiven das Handwerk so bietet“, sagte Alexander Odeyemi, Lehrer an der Hedwig-Dohm-Oberschule. „Das war auch für die Schüler interessant, die das Abitur anstreben.“ Außerdem hätten seine Schüler erfahren, was Moabit so alles zu bieten hat. Kurzum: „Die Schüler waren begeistert“, berichtete der Lehrer. Auch Lehrerin Tanja-Elisabeth Neumann von der Willy-Brand-Oberschule lobte die Veranstaltung: „Ich würde sagen, der Tag war für meine Schülergruppe ein voller Erfolg. Mehrere Schüler wollen die praktischen Einblicke und Kontakte nutzen, um sich beispielsweise bei einem Autohaus um ein Praktikum oder bei einer Tischlerei um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.“ So wurde aus dem Tag des Handwerks ein Tag zur Berufsorientierung für die jungen Leute. Die Schulen und 14 Betriebe wollen auch im nächsten Jahr wieder mitmachen beim Aktionstag. Und was wünschten sich die Schüler fürs nächste Mal? Dass die Betriebsrouten zum festen Bestandteil der Schulberufsorientierung werden.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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