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Eschengraben: Der Straßenname erinnert an ein Gewässer, das es nicht mehr gibt

Wo: Eschengraben, Eschengraben, 13189 Berlin auf Karte anzeigen
Blick in die Straße mit dem Namen Eschengraben: Rechts ist das alte Gemäuer der Willner Brauerei zu sehen. Dahinten entstanden Neubauten von Baugemeinschaften.
Blick in die Straße mit dem Namen Eschengraben: Rechts ist das alte Gemäuer der Willner Brauerei zu sehen. Dahinten entstanden Neubauten von Baugemeinschaften. (Foto: Bernd Wähner)

Es ist selten, dass Straßen Namen tragen, die nicht auf Straße, Weg oder Allee enden. „Eschengraben“ ist solch ein Straßenname.

Ein Graben ist dort aber weit und breit nicht zu sehen. Das war einmal anders. Schaut man auf eine alte Landkarte von 1842, ist in der Nähe der Straßen tatsächlich noch ein Graben zu sehen. Dieser erhielt seinen Namen von den Eschen, die seinerzeit an seinem Rand standen. Die Quelle befand sich nahe der heutigen Thulestraße. Dann floss das Wasser über die heutige Berliner Straße, südlich der Straße Esplanade weiter Richtung Westen. Der Eschengraben mündete in die Panke, die wiederum in die Spree.

Doch der Graben ist inzwischen Geschichte. Das Gebiet sollte Bauland werden. Ab 1906/1907 wurde er durch unterirdische Rohre geführt. Die Straße, die dort angelegt wurde, erhielt zunächst die Nummer 25. Als ab 1925 das Wohngebiet entstand, wurde sie Eschengraben getauft.

An dieser Straße, an der Ecke Berliner Straße, errichtete Emil Willner 1882 seine Weißbierbrauerei. Dort wurde noch bis 1991 Bier gebraut. Etwas länger überlebten Biergarten und Tanzsaal. Nachdem auch diese schlossen, nutzte ein Flohmarkt das Gelände. Vor einigen Jahren erwarb schließlich die Nicolas Berggruen Holding die Immobilie. Diese vermietete der Investor vorübergehend an Kreative aus Prenzlauer Berg und Pankow zur Zwischennutzung.

Inzwischen wurde das frühere Brauereigrundstück an die Jenn Grundbesitz GmbH & Co. KG verkauft. Die plant ab 2018 Umbau- und Sanierungsarbeiten. Deshalb müssen bis Jahresende die Künstler und Handwerker die bisher von ihnen genutzten Ateliers räumen.

Gut erhalten ist indes das Wohngebiet entlang des Eschengrabens. Der Architekt Erwin Anton Gutkind errichtete dort im Auftrage der „Deutschen-Gartenstadt-Gesellschaft“ Mitte der 20er-Jahre eine Wohnanlage nach den Prinzipien des damaligen „Neuen Bauens“. Diese steht heute unter Denkmalschutz.

Neu gebaut wurde indes Anfang des Jahrzehnts gleich neben der Willner-Brauerei. Mehrere Baugruppen errichteten am Eschengraben sieben Mehrfamilienhäuser, in denen etwa 90 Familien mit circa 150 Kindern leben. Blick in die Straße: Rechts ist die alte Willner-Brauerei zu sehen.

Blick in die Straße mit dem Namen Eschengraben: Rechts ist das alte Gemäuer der Willner Brauerei zu sehen. Dahinten entstanden Neubauten von Baugemeinschaften.
Der Eschengraben durchfloss den Pankower Süden von der Thulestraße in Richtung Westen. Daran erinnert noch der Straßenname.
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