Dauerbaustelle auf dem Gehweg schädigt Geschäftinhaber

Stefan Heinemeyer an der ärgerlichen Dauerbaustelle vor seinem Laden.
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Pankow. Vor genau einem Jahr wurden die Bauarbeiten auf dem Gehweg vor dem Neubau in der Ossietzkystraße 11-15 eingestellt. Noch ist nicht abzusehen, wann es dort endlich weitergeht. Die Anlieger sind einfach nur genervt.

Auf einer Länge von etwa 80 Metern möchte der Bauherr vor dem Häuserblock den Gehweg erneuern. Außerdem ist eine Feuerwehrzufahrt anzulegen. An sich ist das kein großes Ding. So begannen im Juli 2014 Bauleute, Absperrgitter entlang der Ossietzkystraße aufzustellen. Die alten Gehwegplatten wurden herausgenommen. Fein säuberlich liegen sie am Rand der Baustelle. „Doch kaum hatten sie den Gehweg aufgerissen, packten die Bauleute ihre Sachen wieder zusammen. Seitdem habe ich hier keinen mehr von ihnen gesehen“, sagt Stefan Heinemeyer. Er ist Inhaber des Ladens „Gourmet Flair Pankow“ in der Ladenzeile des Neubaus.

Für ihn und die anderen Geschäftsinhaber ist die langgestreckte Baustelle inzwischen ein geschäftsschädigendes Problem. Wenn jemand vom Pankower Anger in Richtung Schloss Schönhausen läuft, wechselt er die Straßenseite, sobald er die Baustelle wahrnimmt. „Damit geht viel Laufkundschaft verloren“, sagt Heinemeyer. Das Überleben an der Baustelle sichern ihm Stammkunden und alle jene, die trotzdem in seinen Laden finden.

Nicht nur als Geschäftsmann empfindet Heinemeyer diese Dauerbaustelle als ein Ding der Unmöglichkeit. „Sie ist auch peinlich für ganz Pankow. Hier kommen viele, auch hochgestellte Menschen vorbei, wenn sie zur Bundesakademie für Sicherheitspolitik oder zum Schloss Schönhausen müssen. Was werden die von uns denken, wenn sie eine solche verwilderte Dauerbaustelle sehen“, sagt er. Auf der Fläche wuchert inzwischen das Unkraut. Immer wieder werfen Leute dort ihren Müll rein.

Dass es mit der Baustelle nicht weitergeht, hat einen einfachen Grund. Um Gehweg und Feuerwehrzufahrt weiterbauen zu können, muss ein Kabelkanal der Telekom tiefer gelegt werden, erklärt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Daran hatte offenbar vor Baubeginn niemand gedacht. Seit Monaten gibt es zwischen dem Unternehmen und dem Bauherren eine rechtliche Auseinandersetzung, wer diese Arbeiten zu finanzieren hat. Ein Ende des Streits ist noch nicht in Sicht.

Immer wieder wandten sich Geschäftsleute aus der Landenzeile in den vergangenen Monaten an das Bezirksamt. Sie forderten, die Baustelle aufzuheben. Kirchner teilt jetzt mit, dass Bezirksamt prüft, die Bauarbeiten im Zuge einer sogenannten Ersatzvornahme zu beenden. Das heißt, dass das Bezirksamt die nötigen Arbeiten beauftragt und sich dann das Geld von dem zurückholt, der letztlich die Arbeiten zu finanzieren hat.

Doch auch in diesem Fall bittet Kirchner um Geduld. Das Bezirksamt müsse zuvor prüfen, ob die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Ersatzvornahme vorliegen. Weiterhin ist eine Beauftragung mit den zu erwartenden Baukosten und möglichen Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung abzuwägen. So hat es den Anschein, dass die Anlieger noch eine ganze Weile mit dieser peinlichen Dauerbaustelle leben müssen. BW

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