50 Ankäufe für Graphothek vorgenommen
Trauer um Christina Illigner

Immer der Kunst zugewandt: Christina Illigner (2. von rechts) im Jahr 2013 im Gespräch mit dem Künstler Helmut Gutbrod bei einer Spendenübergabe in der Graphothek Berlin mit Kulturstadträtin Katrin Schultze-Berndt, Graphothek-Mitarbeiterin Juliana Hellmundt und Kunstamtsleiterin Cornelia Gerner.
  • Immer der Kunst zugewandt: Christina Illigner (2. von rechts) im Jahr 2013 im Gespräch mit dem Künstler Helmut Gutbrod bei einer Spendenübergabe in der Graphothek Berlin mit Kulturstadträtin Katrin Schultze-Berndt, Graphothek-Mitarbeiterin Juliana Hellmundt und Kunstamtsleiterin Cornelia Gerner.
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Reinickendorf trauert um die Vorsitzende des Fördervereins „Freunde der Graphothek“, Christina Illigner, die überraschend am 26. September im Alter von 74 Jahren verstorben ist.

Wenn Christina Illigner ein Kunstwerk vorstellte, ging es schnell von der Theorie in die Sinnlichkeit. Sie beschrieb das Werk immer so, als vollziehe sie nach, wie der Künstler an Staffelei oder Druckstock stand, und dabei das Kunstwerk schuf. Ihre Blicke auf das Kunstwerk waren wie Berührungen, die das Material erspürten und auch die Farben im Wortsinn erfahrbar machten. Kunst und Können gehörten für Christina Illigner zusammen, und wenn sie mit anderen vor einem Kunstwerk stand, vermittelte sie treffsicher, warum gerade dieses Werk unverzichtbar war – vor allem für die Graphothek Berlin.

Die Graphothek Berlin im Fontane-Haus war für Christina Illigner eine ideale Einrichtung. Lange hatte sie in Hamburg Kommunalpolitik gemacht, bevor es die Diplompädagogin nach Berlin verschlug. In der Graphothek fand sie eine Einrichtung, die dem sozialdemokratischen Wunsch nach Bildung für alle entsprach: Für die verschmerzbare Gebühr eines Bibliotheksausweises die Werke großer Namen für ein paar Monate zu sich nach Hause nehmen und an eine Wand hängen zu können.

Regelmäßige Besuche in Ateliers

Dabei wusste Christina Illigner auch: Kunst reflektiert die Zeit, ist in einem tieferen Sinn aktuell. Also muss die Sammlung der Graphothek regelmäßig erweitert werden. Folglich engagierte sie sich im Förderverein der Graphothek, der Ankäufe für die Kunstleihe organisierte. Auch das war für sie ein sozialdemokratisches Anliegen. Künstler brauchen die drei großen „A“: Anerkennung, Ateliers und Ankäufe. Folglich organisierte sie regelmäßig Besuche in Reinickendorfer Ateliers, die meist damit endeten, dass der Förderverein ein Kunstwerk erwarb und der Graphothek spendete. Mehr als 50 Ankäufe sind es in Christina Illigners Amtszeit geworden.

Bei aller Offenheit für die Kunst war Christina Illigner sehr bodenständig. Unschwer ließ sich ihr Sprechen in Norddeutschland verorten. In dieser Sache war sie auch sehr genau. Als sie der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, Marco Käber, in Hamburg verortete, wo sie ja auch lange aktiv war, hielt sie ihm lachend entgegen: „Weil Du eben davon keine Ahnung hast“. Neben der Wohnung an der Waldstraße blieben auch immer die eigenen vier Wände in Bremerhaven ihre Heimat.

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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