Autorin Heike van Leben gibt sich und anderen Betroffenen Hoffnung trotz Multipler Sklerose
„Zähneputzen und Selbstheilung“

Die Autorin Heike van Leben in ihrem Garten am Eichborndamm.
  • Die Autorin Heike van Leben in ihrem Garten am Eichborndamm.
  • Foto: Christian Schindler
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Die Reinickendorferin Heike van Leben hat ein Buch darüber geschrieben, welche Hoffnung es immer noch geben kann, wenn eine medizinische Diagnose wie Multiple Sklerose jede Hoffnung zu vernichten droht.

Der Termin verläuft ein wenig anders, als der äußere Anschein es erwarten ließ. Heike van Leben, die bürgerlich eigentlich anders heißt, hat in ihren Garten am Eichborndamm geladen. Der ist eigentlich gesäumt von Häuserfronten, die für nicht hier Ansässige nur Kulisse sind für Durchfahrten: Vom Zentrum Berlins Richtung Wittenau und Märkisches Viertel, oder eben umgekehrt auf der parallelen Antonienstraße.

Doch wer die Einfahrt passiert, gelangt in einen großzügigen Garten, wo das Gespräch mit der Autorin nur regelmäßig vom Schrei eines Hahns unterbrochen wird. „Ich habe tolerante Nachbarn“, schmunzelt Heike van Leben.

So überraschend das Ambiente des Gesprächs ist, so überraschend ist auch der Inhalt des Buches mit dem ungewöhnlichen Titel „Zähneputzen haben wir gelernt, Hoffnung und Selbstheilung nicht“. Anlass war eine Diagnose, die die langjährige Krankenschwester 2006 erhielt, und die vielen Menschen die Hoffnung genommen hätte: Multiple Sklerose.

Verantwortung
als Krankenschwester

Bis zu der Diagnose glich der Alltag Heike van Lebens dem vieler anderer Menschen: Ein anspruchsvoller Beruf, der kombiniert werden musste mit den Verantwortlichkeiten eines Familienalltags. In ihrem Fall kamen Anspruch und Verantwortlichkeit auch beruflich zusammen. Als Krankenschwester war sie verantwortlich für Patienten, die aus Sicht von Verwaltung und Krankenkassen aber „wirtschaftlich“ versorgt werden sollten. Da kam sie schnell zu dem Widerspruch zwischen der professionell gegebenen Spritze und dem intensiven Gespräch oder auch nur einfachem Zuhören am Bett des Patienten, was vielleicht sinnvoller gewesen wäre, aber eben auch zeitintensiver.

Zeit für sich selbst nahm sich Heike van Leben erzwungenermaßen nach der Diagnose. Und fand einen Weg, auf dem die gemeinhin als unheilbar geltende Multiple Sklerose nicht als schicksalsgegebene Sackgasse gilt. Dabei beschreibt sie Schulmedizin, Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin und andere Methoden nicht als widersprüchliche oder sich gar ausschließende Alternativen, sondern als sich ergänzende Wege zu einem erfüllten und auch aktiven Leben. Ein aktives Leben, dass auch notwendige Ruhephasen einschließt.

Das beginnt damit, dass man das, was oft als gesellschaftlicher Zwang gilt, als sinnvolles Tun betrachtet. Warum „muss“ man bei Terminen pünktlich sein, vielleicht will man auch selbst einfach rechtzeitig bei einem Gesprächspartner oder bei den Kollegen sein?

Hinweise statt Vorschriften

Heike van Leben stellt viele sinnvolle Fragen, und überlässt die Antworten tolerant den Persönlichkeiten der Leser. Ihre eigenen Antworten sind freundliche Hinweise, begründet aus ihrem eigenen Leben. Die Achtsamkeit für sich selbst regt sie beim Leser an, verbunden mit praktischen Hinweisen bei der Einordnung von Symptomen und Hinweisen zu Behandlung und Selbstbehandlung. Nach der Lektüre ist man über das Zähneputzen sehr weit hinaus, so wie die 53-jährige Autorin selbst, die noch viele Pläne hat.

Das Buch „Zähneputzen haben wir gelernt, Hoffnung und Selbstheilung nicht“, ist erschienen im Verlag Andrea Schröder, Bernau, hat 232 Seiten und kostet 17,95 Euro (ISBN 978-3-944990-24-8).

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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