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Bezirk und Degewo planen den „Rückbau“ der Hohenstaufenstraße

Der "Juxirkus" wird später in einen sozio-kulturellen Campus integriert.
Der "Juxirkus" wird später in einen sozio-kulturellen Campus integriert. (Foto: KEN)

Zwischen Eisenacher und Münchener Straße verbreitert sich die Hohenstaufenstraße merklich: ein Relikt aus der Zeit der „autogerechten Stadt“, als in den 60er-Jahren die Gebäude auf der nördlichen Straßenseite bis auf ein Haus vollständig abgerissen wurden. Nun sollen die Flächen wieder zugebaut, die Straße „zurückgebaut“ werden.

Das Bezirksamt hat der Bezirksverordnetenversammlung mitgeteilt, dass die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo und Tempelhof-Schöneberg mit den Planungen für diese „Stadtreparatur“ begonnen haben. Der Degewo gehören bereits angrenzende Grundstücke, sodass Alt und Neu miteinander verbunden werden können. Der Erhalt des Jugendzirkus „Juxirkus“ ist nicht gefährdet. Er befindet sich zwischen Martin-Luther- und Eisenacher Straße und soll einmal Bestandteil eines zukünftigen sozio-kulturellen Campus zwischen Hohenstaufen- und Luitpoldstraße sein.

Schon 2014 hatte vor allem die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg gefordert, die „So-da“-Flächen für den Wohnungsbau zu erschließen. Das Bezirksamt aber wies die Forderungen regelmäßig mit dem Hinweis zurück, dass ein solches Vorhaben zu aufwendig sei. „Eine falsche Einordnung“, stellt SPD-Fraktionsvize Christoph Götz fest.

Nun ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Berliner Architekturbüros „Struktur + Maßnahme“ und „de+ Architekten“ haben mit einer städtebaulichen Studie die Degewo offensichtlich überzeugt. Darin kommen sie zum Schluss, dass durch ein Verschmelzen von Altbestand und Neubau eine solche Wohnungsdichte erreicht werden kann, die das Vorhaben wirtschaftlich und den kostspieligen Straßenrückbau bezahlbar macht.

Die Sozialdemokraten frohlocken. Ihre Jahre alte Forderung wird eingelöst. „Insgesamt können hier rund 300 Wohnungen entstehen“, sagt Christoph Götz. Und selbstverständlich werde man auf einen hohen Anteil „bezahlbarer“ Wohnungen drängen.

Die bislang zur Hohenstaufenstraße gelegenen und besonnten Wohnungen werden nun verschattet. Im Gegenzug werden sie von Straßenlärm abgeschirmt. Aufgabe einer intelligenten Architektur müsse jetzt sein, dass die neuen, sonnigen Wohnungen an der Hohenstaufenstraße vor Lärm geschützt werden. Christoph Götz von der SPD hat dazu auch schon eine Idee: Wintergärten.

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