Eltern der Zeppelin-Grundschule mahnen schnelle Lösung für Raumnot an
"Wir wollen endlich Taten sehen"

Die Eltern der Zeppelin-Grundschule wollen sich nach jahrelangem Hin und Her nicht mehr hinhalten lassen. Ihre Kinder brauchen dringend mehr Platz.
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Die Platznot ist groß an der Zeppelin-Grundschule. Zum Verdruss der Eltern hat sich bis heute nichts daran geändert. Dabei hat das Bezirksamt leere Räume längst angemietet.

Die Eltern wollen sich nicht mehr hinhalten lassen. Sie machen das Bezirksamt dafür verantwortlich, dass die Platznot ihrer Kinder noch immer nicht gelöst ist. Darum haben sie Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) einen Brief geschickt. „Wir wenden uns heute als Gesamtelternvertreterinnen der Zeppelin-Grundschule an Sie, um den Unmut und Ärger der gesamten Elternschaft auszudrücken.“ Kerstin Koser und Tatjana Antony-Schöppler machen freundlich Druck. Ihre Hoffnung: „Der seit fast drei Jahren bestehenden Problematik der fehlenden Räume wollen wir endlich Taten folgen sehen.“

Erste Entscheidung für Horträume
schon 2017 gefällt

Bitternötig sind neue Hort- und Betreuungsräume, seit der Hort unterm Dach der Schule 2017 am Heidebergplan aus Brandschutzgründen dauerhaft gesperrt werden musste. 40 Kinder zogen kurzfristig in die alte Hausmeisterwohnung um. Dass das keine Dauerlösung sein konnte, war von Anfang an klar. Das Schulamt suchte daraufhin mit der gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Staaken EG nach geeigneten Horträumen möglichst nahe der Schule. Ende 2017 entschied man sich dann wie berichtet für zwei leere Geschäfte am Heidebergplan, direkt gegenüber der Grundschule. Die wollte ursprünglich die evangelische Kirchengemeinde Staaken-Gartenstadt als Hortbetreiberin anmieten und auf eigene Kosten umbauen. Doch die bekam weder vom Senat noch vom Bezirksamt die Zusage für einen langfristigen Hortbetrieb und die Aussicht auf Fördermittel und zog ihr Angebot zurück.

Anfang 2019 hieß es dann, das Bezirksamt wolle selbst anmieten und den Bauantrag stellen. Nach Umbau, Abnahmen und dem Erteilen der Betriebserlaubnis könnten die Hortkinder dann bereits nach den Sommerferien einziehen. So sah der grobe Fahrplan damals jedenfalls aus – zur Freude der Eltern. Die nämlich gingen nun davon aus, dass ihre Kinder den nächsten Winter nicht wieder „zusammengepfercht“ in den fünf kleinen Horträumen der Kirchengemeinde am Heidebergplan 3 verbringen müssen.

Mehr Hortkinder
durch kostenloses Schulessen

Doch es kam nicht so. „Leider ist die räumliche Situation unverändert“, schreiben die Elternvertreterinnen. Das Problem habe sich sogar zugespitzt, denn die Hortbetreuung sei für alle Kinder der Schulanfangsphase inzwischen kostenfrei. Die Folge: Statt 140 Hortkinder hat die Zeppelin-Schule jetzt 30 mehr. Hinzu kommt das gratis Mittagessen. Das hat die Situation nochmal verschärft, da die Schule keine Mensa hat. „Mehrere Klassen essen in ihren Klassenräumen, weil es keine anderen Räume gibt“, sagt Kerstin Koser, die eine Tochter an der Schule hat. „Bei einigen Klassen ist es sogar so, dass die Kinder nicht im Klassenverband essen können, sondern ein Teil der Klasse im Klassenraum und ein weiterer Teil im Hort isst. Das ist nicht tragbar.“ Auch andere Eltern schimpfen. „Es ist unerträglich für unser Kind. Wenn unsere Tochter nicht ihre beste Freundin im Hort hätte, hätten wir sie schon längst dort rausgenommen“, sagt Norman Seewald. Jennifer Sacher hat das schon getan. „Meine Tochter geht schon seit einem Jahr nicht mehr in den Hort. Dort ist es voll, laut und eng. Sie kam jedesmal nach Hause und sagte, dass sie dort nicht mehr hinwill.“

Es gibt doch keinen Bauantrag

Dem Bezirksamt werfen die Eltern vor, die versprochenen schnellen Lösungen nicht umgesetzt zu haben. Im Januar 2020 hatte es laut Eltern mit allen Beteiligten und dem Schulamt ein Vorgespräch gegeben. „Alle waren sich einig, die Situation muss sich möglichst schnell ändern.“ Den Eltern und der Schule sei versichert worden, dass der Bauantrag für die vom Bezirksamt inzwischen angemieteten Räume einer frühereren Bäckerei und eines Kosmetiksalons bereits Ende 2019 gestellt worden sei, berichtet Kerstin Koser. Der Schulleitung wiederum sei ein Zeitplan versprochen worden. „Leider hat sich im Nachhinein herausgestellt“, so Koser, „dass weder der Bauantrag gestellt wurde noch die Schule einen Zeitplan erhalten hat.“

Schulleiterin Heike Strehl bestätigt das. „Lösungen für das Raumproblem sind uns aktuell nicht bekannt, trotz mehrfacher Anfragen werden wir nicht informiert.“ Die Zeppelin-Grundschule hat für ihre 290 Schülern nur zwölf Klassenräume, einen Musikraum und zwei kleinere Teilungsräume. Für einen Schulcontainer, der mehr Platz bringen würde, sei auf dem Gelände kein Platz, sagt Strehl. Das habe man bereits geprüft. Auch ein Schulneubau ist nicht in Sicht.

Die beiden umgebauten Läden würden der Schule vier neue Räume und eine zweite Verteilerküche bringen. Das wären zusammen mit dem Haupthort der Kirchengemeinde also neun Räume. Mit der neuen Küche könnten im Schnitt 60 Schulkinder zeitgleich essen. „Das wird heutigem Stand nach aber nicht mal zum nächsten Schuljahr möglich sein“, so Heike Strehl.

Schulamt findet keinen Planer
für das Brandschutzkonzept

Laut Schulamt prüft ein Brandschutzgutachter den Bauantrag des Bezirksamtes gerade. Sobald der Prüfbericht vorliege, werde der Bauantrag umgehend eingereicht und hoffentlich kurzfristig genehmigt. Dass das noch nicht passiert ist, habe mehrere Gründe. Zum einen entschied man im Rathaus, die Mietfläche wegen des gratis Mittagessens um eine Fläche im ehemaligen „Waschhaus“ rückseitig der Ladenzeile am Heidebergplan zu erweitern. Die Verhandlungen mit der Wohnungsbaugenossenschaft würden allerdings zäh verlaufen und seien noch nicht abgeschlossen. Die geänderten Pläne erfordern laut Schulamt neuerliche Abstimmungen mit der Schule und dem Hortbetreiber. Und obendrein hat das beauftragte Architekturbüro Probleme damit, einen Planer für das Brandschutzkonzept zu finden. Miete für die ungenutzten Ladenlokale zahlt das Bezirksamt aber schon seit Mai 2019. Wie hoch die monatlich ist, wollte man im Rathaus aus rechtlichen Gründen nicht sagen. Wie vorgesehen will das Bezirksamt den neuen Hort aber betreiben. Was die Kirchengemeinde bedauert, denn: „Unsere Finanzierung für den Aus- und Umbau hätte gestanden“, sagt Hortleiterin Martina Erldorfer. Die Trägerschaft würde die Gemeinde immer noch übernehmen, aber nur mit einem Vertrag von mindestens fünf Jahren Dauer und für Minimum 60 Kinder. „Alles andere wäre unwirtschaftlich“, sagt Erldorfer. Dem Horträger hat das Bezirksamt derweil einen Gesprächstermin angeboten. Der hatte dem Bezirksamt ebenfalls einen Brief geschrieben, in dem er auf die besonders schwierige Raumsituation im Hort aufmerksam macht. Und die Eltern? Die warten auf eine Antwort vom Bürgermeister.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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