Berliner Stadtentwicklung plant Veränderungen rund ums Rathaus Tempelhof

Mitglieder der in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen parteien diskutierten mit den Gästen der Podiumsveranstaltung.
  • Mitglieder der in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen parteien diskutierten mit den Gästen der Podiumsveranstaltung.
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Das Zentrum rund um das Rathaus am Tempelhofer Damm soll umgestaltet werden. Die Pläne hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung jetzt bei einer Diskussionsrunde im Eva-Maria-Buch-Haus vorgestellt.

Das Rathaus, die Polizei, das Stadtbad und die Bezirkszentralbibliothek stehen im Zentrum der Entwicklungsmaßnahmen. Alle Gebäude sind stark sanierungsbedürftig, sodass die Überlegung durchaus berechtigt ist, einen Teil abzureißen und neu zu bauen.

Bisher gibt es nur eine Machbarkeitsstudie. Die kommenden vier Jahre werden noch mit Planungsverfahren und Beschlüssen verstreichen. Erst dann wird es ernst. Jedenfalls sprechen die Planer von Zeiträumen bis in das Jahr 2025.

Vor allem geht es um den Wohnungsbau. Dafür gibt es zwischen Tempelhofer Damm und Götzstraße die große Freifläche. Das Problem: Dort stehen sowohl die Bibliothek als auch die Polizeiwache im Weg. „Viele Gebäude haben einen sehr hohen Sanierungsbedarf“, erklärte der Architekt Ralf Fleckenstein vom Architektenbüro Feldhusen und Fleckenstein PartG mbB. So gibt es die Überlegung, die Bibliothek und die Polizeiwache abzureißen.

Damit können sich manche Tempelhofer aber gar nicht anfreunden. „Das Gebäude der Bibliothek ist so einmalig, dass man es unter Denkmalschutz stellen sollte“, erklärte ein Besucher nach der Podiumsdiskussion Anfang Dezember. Er erntete Beifall von den umstehenden Besuchern.

Der Architekt erklärt, dass viele Aspekte dafür sprechen ein neues kulturelles Zentrum direkt neben dem Rathaus zu bauen. Damit könnte gleichzeitig das Zentrum aufgewertet werden. Fleckenstein begründete die Idee damit, dass Tempelhof bisher im Berlinvergleich als kulturelle Wüste gilt. Bei der Versorgung mit Räumen für Bibliothek, Volkshochschule und Musikschule belegt der Ortsteil die letzten Plätze. Das soll sich ändern. Tempelhof braucht mehr Platz für Bildung und Kultur, so die Hauptaussage des Planungsbüros. Und deshalb sollen auch lieb gewordene Gebäude geopfert werden. So entspricht die Bibliothek nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es fehlen separate Arbeitsräume oder Räume für Konzerte und Veranstaltungen. Auch gibt es keinen zentralen Anlaufpunkt für die VHS und die Musikschule. Die Unterrichtsräume sind über den ganzen Bezirk verstreut. Das soll sich mit dem „Kulturbaustein“ verbessern.

Auch die Polizei und das Stadtbad müssen neu gebaut werden. Sanna Richter von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erklärte, dass kein Gebäude geschlossen oder abgerissen wird, bevor nicht das neue fertig ist. Die Senatsverwaltung möchte das Zentrum von Tempelhof beleben. Dazu gehört auch, dass der Parkplatz vor dem Rathaus zu einem öffentlichen Platz mit Sitzgelegenheiten und einem Café umgestaltet wird. Auch ein neuer Raum für die Bezirksverordnetenversammlung ist vorgesehen. Die Senatsverwaltung hofft auf Fördermittel des Bundes für den Stadtumbau.

Bisher gab es aber keine Aussagen darüber, was aus den Kleingärten und den Grünflächen wird. „Es wird nicht vor dem Jahr 2021 losgehen“, so die Hauptaussage von Sanna Richter. „Der Kulturbaustein ist für die Senatsverwaltung der wichtigste Punkt in der Planung.“

Bis dahin sollen die Einwohner in weiteren Versammlungen informiert werden. Sie können sich mit ihren Ideen beteiligen. Die Vertreter der Parteien in der BVV sicherten zu, dass sie über eine Bürgerbeteiligung wachen werden.

Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

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